20. Februar 2015 - 17:46 Uhr

SG Flensburg-Handewitt - Ljubomir Vranjes vor dem Comeback?

Ljubomir Vranjes September 2008 (Foto: Benjamin Nolte)
Die Tabelle lässt eigentlich keinen anderen Schluss zu: Wenn die SG Flensburg-Handewitt zumindest als Dritter ins Achtelfinale der VELUX EHF Champions League vordringen will, muss sie am Sonntag um 19.30 Uhr das letzte Gruppenspiel beim polnischen Vertreter Wisla Plock, der nur einen Zähler hinter dem Bundesligisten liegt, gewinnen.

Doch nach dem Verletzungspech, das nun auch Spielmacher Thomas Mogensen (Muskeleinriss im Hüftbereich) erwischt hat, hat sich die Situation völlig verändert. „Wir müssen die Prioritäten für die nächste Zeit anders setzen“, erklärt SG Trainer Ljubomir Vranjes. „Vorrang haben der dritte Platz in der DKB Handball-Bundesliga und das Viertelfinale im DHB-Pokal.“

Der 41-Jährige macht regelmäßig Kraftübungen und läuft. Er ist also durchaus im Saft. In Zeiten eines Personalengpasses stand sein Einsatz durchaus schon einmal im Raum, doch auf dem Spielfeld tauchte er als Regisseur seit dem 20. Dezember 2008 nicht mehr auf. Nun könnte Ljubomir Vranjes tatsächlich noch einmal der Taktgeber auf der Rückraum-Schaltzentrale werden. Sein Trikot mit der Nummer 40 wie auch das mit der Nummer 4 für Maik Machulla sind eingepackt und fliegen mit nach Polen. „Wir beide müssen bereit sein, der Mannschaft auch auf diese Weise zu helfen“, sagt der Coach.

Nach Stand der Dinge werden die beiden Altmeister mehr spielen müssen, als ihnen lieb sein dürfte. Denn neben Jim Gottfridsson (Fuß), Holger Glandorf (Achillessehne) und Thomas Mogensen (Hüfte) pausierten beim Training am Freitag mit Lars Kaufmann (Wade) und Michael Nicolaisen (Grippe) zwei weitere Rückraum-Kräfte. Dass mit Lasse Svan (Zerrung), Jacob Heinl (Virus-Infektion) und Jakob Macke (keine Spielberechtigung für die VELUX EHF Champions League) drei weitere Akteure fehlen, treibt die Personalnot schon fast auf ein Rekord-Niveau. „Wir dürfen nicht jammern“, sagt Ljubomir Vranjes. „Wir müssen die neue Situation akzeptieren und jedes Spiel nutzen, um uns einzuspielen.“

Unter den neuen Vorzeichen reist der SG Tross am morgigen Samstag nur als Außenseiter ins zentralpolnische Plock, das auch im Normalfall ein hartes Pflaster gewesen wäre. Wisla schickt als Tabellenzweiter der polnischen Liga eine international renommierte Truppe ins Rennen. Auf der Bank sitzt immerhin der spanische Nationaltrainer Manolo Cadenas, der drei Landsleute, mehrere polnische Nationalspieler und weitere bekannte Akteure vom Balkan aufbieten kann. Zwar verlor Wisla das Hinspiel in der FLENS-ARENA mit 28:35, dafür glückte aber vor Weihnachten ein Sieg gegen den FC Barcelona. Beeindruckend auch die Kulisse von rund 5000 Zuschauern in der Orlen-Arena. Es droht der SG also Platz vier und damit im Achtelfinale der THW Kiel, MKB Veszprém oder Vive Kielce als Gegner. Der SG Tross wird nach der Partie am Sonntagabend in Warschau übernachten, von dort Montagmittag nach Hamburg zurückfliegen und den Rest des Tages für Regenerations-Maßnahmen verwenden.

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