25. November 2013 - 0:49 Uhr

SG zeigt Kiel die Grenzen auf und übernimmt die Tabellenspitze 34:30 (21:14)

Mattias Andersson zog den THW-Schützen den Zahn (Foto: Benjamin Nolte)
SG zeigt Kiel die Grenzen auf und übernimmt die Tabellenspitze 34:30 (21:14)

Flensburg (alt) - Nachdem die erste Viertelstunde ausgeglichen verlief übernahm die SG das Kommando und Dominierte den THW bis zum Ende des Spiels. Nach 20 Minuten stand es 13:9, nach 25 Minuten 17:11 und zur Halbzeit bereits 21:14. Das erwartete Aufbäumen des THW in der zweiten Halbzeit blieb allerdings aus. Die SG lies es nicht zu, dass die Gäste zu ihrem Spiel fanden und Mattias Andersson zog den Schützen der Gäste ein ums andere Mal den Zahn. Erst Zehn Minuten vor Schluss konnte der THW ein wenig Ergebniskosmetik betreiben da Flensburg die Zügel lockerer ließ.

SG-Trainer Ljubomir Vranjes nach dem Spiel: “Die erste Halbzeit lief fast optimal für uns. Abwehr, Torwart, Gegenstoß, sechs gegen sechs im Angriff. Auch die Quote war sehr hoch. Es war optimal. Ich bin sehr stolz auf die Jungs.“

Es fing schon mit einem Paukenschlag an. Jacob Heinl kassierte gleich in der ersten Minute eine 2-Minuten-strafe und dem THW wurde ein 7-Meter zugesprochen. Filip Jicha verwandelte diesen zum 1:0. Die SG antwortete mit einem Treffer von Anders Eggert, der trotz eines sehr spitzen Winkels den Ball an THW-Keeper Johan Sjöstrand vorbei im Netz unterbringen konnte. Mattias Andersson machte seine erste Parade und Thomas Mogensen hämmerte den Ball an die Unterlatte ins Tor.

Marko Vujin glich zum 2:2 aus und Patrick Wiencek traf zum 2:3. Für Die ersten fünf Tore waren fünf unterschiedliche Schützen verantwortlich. Nachdem Anders Eggert mit einem verwandelten 7-Meter seinen zweiten Treffer zu erzielen trugen sich mit Niclas Ekberg und Michael Knudsen zwei weitere Schützen in die Liste ein. Spielstand nach acht Minuten: 4:4

Filip Jicha marschierte durch und traf zum 4:5, Eggert glich erneut mit einem 7-Meter aus und Lasse Svan erhielt aus einem nicht erkennbaren Grund beim nächsten Angriff der Kieler eine 2-Minuten Strafe. Die Stimmung kochte hoch. Mattias Andersson parierte in Unterzahl erneut eine gute Chance. Filip Jicha stieg hoch und machte seinen dritten Treffer der Partie mit einem Gewaltwurf aus acht Metern. Mattias Andersson hielt den nächsten Wurf von Patrick Wiencek nach einem schnellen Gegenstoß und Thomas Mogensen glich zum 6:6 aus. Der THW konnte die Überzahl nicht zu Ihrem Vorteil nutzen.

Erneut parierte Mattias Andersson einen Wurf und Steffen Weinhold verwandelte nach dem schnellen Gegenstoß sicher zur erneuten Führung zum 7:6. Bereits nach 13 Minuten hielt es keinen mehr in der Halle auf dem Sitz. Stehende Ovationen auch bei der nächsten Parade von Mattias Andersson - wieder war Steffen Weinhold erfolgreich.

Mattias Andersson agierte überirdisch. Wieder gelang es ihm einen Ball zu entschärfen, allerdings wurde Kiel ein 7-Meter zugesprochen. Auch in diesem Duell mit Filip Jicha blieb Andersson der Sieger. Die Flens-Arena brodelte. Thomas Mogensen glänzte mit einem super Pass durch den Kreis auf Lasse Svan und der netzte ein. Nach einer Viertelstunde stand es 9:6. Kiel wechselte den Torhüter. Für Johan Sjöstrand stand nun Andreas Palicka zwischen den Pfosten.

Marko Vujin verkürzte per 7-Meter auf 9:7. Die prompte Antwort kam mit einem Torerfolg von Thomas Mogensen zusätzlich bekam Niclas Ekberg eine 2-Minuten-Strafe. In Unterzahl gelang Aron Palmarsson der Treffer zum 10:8. Ein Doppelschlag von Lasse Svan und Steffen Weinhold veranlasste THW-Trainer Alfred Gislason eine Auszeit zu nehmen. Doch beim direkt anschließenden Angriff traf Palmarsson nur den Außenpfosten. Anders Eggert erhöhte mit einem Heber auf 13:8.

In der 21. Minute beim Stand von 15:11 musste Michael Knudsen für zwei Minuten auf die Strafbank. Mattias Andersson nagelte den Kasten zu. Zwei Versuche der Kieler die Überzahl zu nutzen endeten bei dem SG-Keeper. Die Unterzahl war überstanden und Flensburg baute den Vorsprung weiter aus. Nach 25. Minuten lag die SG mit 17:11 vorn.

Steffen Weinhold machte mit seinem vierten Treffer das 20:13 perfekt. Mit 21:14 ging es in die Kabine. Der THW wirkte im Angriff in der ersten Hälfte phasenweise hilflos und wenn ein Ball doch mal den Weg auf das Tor fand stand da ein bestens aufgelegter Mattias Andersson und frustrierte die Schützen der Kieler.

THW-Trainer Alfred Gislason: “Wir hatten die Chance näher heran zu kommen haben dann aber selbst leichte Fehler gemacht. Das hat dann dafür gesorgt, dass wir eigentlich doch gar keine Chance hatten zu gewinnen. Deswegen Glückwunsch an Flensburg.“

Die zweite Hälfte der Partie brachte wenig Veränderung. Die SG kontrollierte das Geschehen. Der Vorsprung der Flensburger pendelte zwischen sechs und acht Toren. In der 35. Minute nagelte Holger Glandorf einen Wurf an die Latte. Lasse Svan schnappte sich den Abpraller und traf zum 23:16. In der 40. Minute traf Drasko Nenadic nach einem schnellen Gegenstoß zum 26:18. Die Halle feierte seinen ersten Treffer des Abends überschwänglich. Michael Knudsen machte in der 45. Minute das 28:21 und Holger Glandorf traf in der 50. Minute zum 30:23. Fünf Minuten vor dem Ende fing Mattias Andersson in der Nähe der Mittellinie einen Pass für einen schnellen Gegenstoß ab und stürmte weiter in Richtung THW-Tor. Bei der 9-Meterlinie passte er weiter. Anders Eggert traf zum 32:26.

Das Derby war entschieden. Die Gäste konnten in den letzten Minuten noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben. Die SG hat den THW heute in die Schranken verwiesen und hat sich vorerst an die Tabellenspitze gesetzt. Die Meisterschaft ist damit so spannend wie seit Jahren nicht mehr. Die top fünf Teams trennen nur drei Punkte.

SG Flensburg-Handewitt – THW Kiel 34:30 (21:14)

SG Flensburg-Handewitt: Andersson (21/1 Paraden), Rasmussen (bei einem 7m) – Karlsson, Nenadic (2), Eggert (9/3), Glandorf (2), Mogensen (6), Svan (6), Weinhold (5), Gottfridsson, Radivojevic, Knudsen (4)

THW Kiel: Sjöstrand (5 Paraden), Palicka (3 Paraden) – Toft Hansen (1), Sigurdsson (3), Sprenger, Wiencek (1), Ekberg (1), Palmarsson (4), Zeitz (1), Jicha (9/1), Vujin (10/4)

Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Altenheim/Elgersweier)
Zeitstrafen: 14:8 Minuten (Knudsen 4, Karlsson 2, Eggert 2, Mogensen 2, Svan 2, Weinhold 2 – Toft Hansen 4, Wiencek 2, Zeitz 2)
Siebenmeter: 3/3:6/5 (Jicha scheitert an Andersson)
Zuschauer: 6300 (ausverkauft)

Spielverlauf: 0:1 (1.), 2:1 (3.), 2:3 (5.), 4:4 (8.), 5:6 (12.), 9:6 (15.), 10:8 (17.), 13:8 (19.), 14:11 (21.), 17:11 (24.), 18:13 (26.), 20:13 (27.) – 22:14 (31.), 22:16 (33.), 24:17 (38.), 26:18 (40.), 27:19 (43.), 27:21 (44.), 29:22 (47.), 30:24 (51.), 31:26 (55.), 33:27 (57.), 33:29 (58.)

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