25. Mai 2011 - 12:45 Uhr

Die drei Gemeinden im Grenzdreieck erhöhen das Tempo

von links: Sonderburgs Bürgermeisterin Aase Nyegaard Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber Apenrades Bürgermeisterin Tove Larsen
Flensburg - Wirtschaft, Ausbildung und Infrastruktur sind die Schlüsselworte in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die Flensburg, Sonderburg und Apenrade miteinander eingegangen sind. Nun wollen die Partner die Zusammenarbeit beschleunigen.

Am Montag, dem 23. Mai traf sich die Steuerungsgruppe des Grenzdreiecks im Apenrader Rathaus, um die Weichen für die künftige Zusammenarbeit zu stellen. Neben Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber, Sonderburgs Bürgermeisterin Aase Nyegaard und Bürgermeisterin Tove Larsen aus Apenrade beteiligte sich eine Reihe von Stadtratsmitgliedern aus den drei Gemeinden an der Diskussion. Übergeordnetes Ziel der Kooperation ist es, die Entwicklung der drei Gemeinden voranzubringen. Dieses Ziel wurde während des Treffens mit den thematischen Leuchttürmen Wirtschaft, Infrastruktur und Ausbildung konkretisiert.

Diskutiert wurden mehrere mögliche Maßnahmen innerhalb der beschlossenen Themen. Man war sich einig, dass die Entscheidung für konkrete Handlungsfelder mit realistischen Zielen schnell fallen muss, damit diese Leuchttürme der Region sichtbar gemacht werden können.

Die Verwaltungschefs erwarten, dass die ersten konkreten Ziele und Handlungspläne noch vor den Sommerferien beschlossen werden.

"Wir müssen Ziele und Handlungspläne für konkrete Projekte haben, wir können nicht 10.000 verschiedene Dinge machen. Das Wichtigste, um Wachstum und Entwicklung zu schaffen, ist neben einer guten Ausbildung eine Infrastruktur, die unter anderem die Möglichkeiten der Wirtschaft unterstützt. Darum müssen wir auf diese Themen setzen", so Sonderburgs Bürgermeisterin Aase Nyegaard nach dem Treffen.

Obwohl der endgültige politische Beschluss über einen konkreten Handlungsplan noch aussteht, ist die Grenzdreieck-Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen bereits in Gang. Die drei Gemeinden haben eine Reihe von Arbeitsgruppen ins Leben gerufen und tauschen sich regelmäßig zu unterschiedlichen Themen aus. Behandelt werden beispielsweise Fragen, wie man im Bereich der Straßenbeleuchtung sparen kann, wie sich der Energieverbrauch in öffentlichen Gebäuden senken lässt, wie der grenzüberschreitende Busverkehr besser koordiniert werden kann oder wie bei der Anlage von Rad- und Wanderwegen sichergestellt wird, dass sich diese an der Grenze treffen.

"Die Zusammenarbeit zwischen Flensburg, Sonderburg und Apenrade ist vor allem ein strategisches Projekt. Es macht deutlich, dass wir nicht in einer Randlage sind, sondern eine gemeinsame Wachstumsregion bilden. Aber auch die tägliche Zusammenarbeit soll geschmeidiger und schneller werden, so dass in diesen Bereichen noch mehr geschehen kann. Dadurch, dass wir nur drei Partner sind, können wir schnell eine Zusammenarbeit in verschiedenen Verwaltungsbereichen etablieren. Auch das soll zu einem höheren Tempo in der Zusammenarbeit beitragen" betont Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber.

Während der Sitzung wurde ebenfalls unterstrichen, dass es schon sehr viele grenzüberschreitende Kontakte gibt, unter anderem zwischen Unternehmen und Ausbildungsstätten. Die Grenzdreieck-Zusammenarbeit soll dazu beitragen, diese Kontakte zu unterstützen und sichtbar zu machen.

"Darum besteht ein Teil der Arbeit auch darin, den Fokus darauf zu richten, was bereits in Gang ist, beispielsweise im Bereich der Ausbildung. Es ist ja nicht notwendig, dass wir versuchen etwas zu schaffen, das bereits existiert", erläutert Tove Larsen, Bürgermeisterin in Apenrade.

Tove Larsen bemerkte im Übrigen, dass es dieses Mal möglich war, ein Treffen zwischen den drei Gemeinden auf Dänisch durchzuführen:

"Das ist historisch. Wir haben diese Art von Sitzungen sonst mit Dolmetscher abgehalten, aber die Tatsache, dass die deutschen Sitzungsteilnehmer jetzt Dänisch sprechen, sagt auch etwas darüber aus, wie sehr wir alle diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit wollen."

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