9. Juli 2009 - 13:00 Uhr

Im Einsatz - Teil 1: Wasserschutzpolizei Kiel (Kieler Woche)

Küstenboot "Sylt" im Einsatz auf der Kieler Woche (Foto:Nolte)
Foto:Benjamin Nolte
Zuwasserlassen des Schlauchbootes der "Fahlshöft" (Foto:Nolte)
Schlauchboot der WSP auf der Kieler Förde (Foto:Nolte)
Die "Bürgermeister Brauer" aus Hamburg (Foto:Nolte)
Die "Sylt" vor der "Color Fantasy" (Foto:Nolte)
Das Streifenboot "Brunswik" (Foto:Nolte)
Foto:Benjamin Nolte
An Bord der "Falshöft" (Foto:Nolte)
An Bord der "Falshöft" (Foto:Nolte)
(bno) - Im erste Teil unser Reportagereihe "Im Einsatz" möchten wir Ihnen heute die Arbeit der Wasserschutzpolizei vorstellen. Die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein gliedert sich in sechs Wasserschutzpolizeireviere mit insgesamt 12 untergeordneten Stationen und Außenstellen. Aufgabe der Wasserschutzpolizei ist die Einhaltung von See- und Binnenschifffahrtsvorschriften, Gefahrenabwehr im Bereich Schifffahrt, Umweltschutz und je nach Bundesland auch grenzpolizeiliche Maßnahmen. Der Aufgabenbereich der Wasserschutzpolizei an Schleswig-Holsteins Küsten umfasst die Küstenregionen bis zur 12 Seemeilengrenze. Ab diesem Bereich beginnt die Zuständigkeit des Koordinierungsverbundes Küstenwache, bestehend aus Bundespolizei, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und des Zolls.

Das Wasserschutzpolizeirevier Flensburg ist für die gesamte Flensburger Förde bis hin in die Eckernförder Bucht zuständig. Ihm untersteht die Wasserschutzpolizeistation in Kappeln. Bei der Wasserschutzpolizei (WSP) Schleswig-Holstein kommen unterschiedliche Boote mit speziellen Aufgaben zum Einsatz. In Flensburg wird das Streckenboot "Glücksburg" und das Streifenboot "Duburg" eingesetzt. Größere Boote sind in der Flensburger Förde nicht notwendig.

In unserer Landeshauptstadt Kiel ist das Küstenboot "Falshöft" stationiert, die "Falshöft" kann bei jeder Witterungslage ihre Aufgaben im Küstenmeer wahrnehmen und dient im Fall von maritimen Unglücksfällen auch als Befehlsstelle. In Kiel mündet die meist befahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt, der Nord-Ostsee-Kanal in die Kieler Förde. Weiterhin ist die Kieler Förde ein weltweit beliebtes Segelgebiet. Dies sind zwei wichtige Aufgabenschwerpunkte der WSP Kiel. Zusätzlich ist die "Falshöft" mit der Fischereiaufsicht betraut. Des Weiteren ist die WSP Kiel für die Sicherheit rund um die Kanalschleusen und den Kieler Hafen zuständig und beschäftigt sich mit der Bekämpfung der "Kriminalität rund um das Boot".

Ein Tag auf der "Falshöft"

Während der Kieler Woche 2009 hatten wir die Gelegenheit das Küstenboot "Falshöft" und ihre sechs Mann starke Besatzung einen Tag lang auf der Kieler Förde zu begleiten. Während der größten Segelveranstaltung der Welt, der Kieler Woche, werden von Seiten der Wasserschutzpolizei zur Gefahrenabwehr und Sicherung der Wettkämpfe auf See, eine Vielzahl von Booten unterschiedlichen Typs eingesetzt. Unter anderem waren während der Kieler Woche die Küstenboote "Falshöft" (Kiel), die "Sylt" (Husum) und die "Bürgermeister Brauer" (Hamburg), sowie mehrere Streifenboote eingesetzt.

Nach dem Auslaufen aus dem Tirpitzhafen in Kiel nahm die "Falshöft" Kurs auf die Kieler Außenförde in Richtung Schilksee, wo traditionellerweise die Regattabahnen liegen. Auch während der Wettfahrten darf theoretisch jeder Bootsführer durch diese Gebiete fahren, abgesperrte Bereiche auf der Kieler Förde gibt es für die Kieler Woche nicht. Aufgabe der Wasserschutzpolizei ist es, den überdurchschnittlich hohen Schiffsverkehr auf der Förde im Auge zu behalten und gegebenenfalls zur Gefahrenabwehr einzugreifen und Kapitäne anzuweisen bestimmte Gebiete aus Sicherheitsgründen zu umfahren.

Tagsüber zeigen die Boote der WSP Kiel während der Kieler Woche überwiegend Präsenz in der Nähe der Regattabahnen, in den Abendstunden werden dann vermehrt Sportbootfahrer und Segler kontrolliert, auch in Hinblick auf Alkoholkonsum. Wie auch im Straßenverkehr ist auch auf dem Wasser das Führen von Fahrzeugen unter Alkohol- oder Drogenkonsum verboten.

Mit 1800 KW über die Kieler Förde

Mit 2x 900 KW kann die 27,20 Meter lange "Falshöft" eine Maximalgeschwindigkeit von 22 Knoten erreichen. Sechs Besatzungsmitglieder verfügen an Bord über die modernste Ausstattung. Durch mehrere Kabinen und eine Kombüse unter Deck ist die "Falshöft" in der Lage auch über mehrere Tage auf See zu bleiben. Über Funk steht die Besatzung ständig in Kontakt mit der Leitstelle an Land, die direkt unterhalb des Landeshauses an der Kiellinie liegt.

Ohne Zwischenfälle ging der Tag auf der Kieler Woche vorüber, nach fast acht Stunden auf See, lief die "Falshöft" gegen 18 Uhr den Marinehafen an, wo während der Kieler Woche die Boote der WSP beheimatet sind. Während der Kieler Woche, bei 24 Grad Außentemperatur und strahlendem Sonnenschein auf einem Boot unterwegs zu sein, ein Traumjob möchte man sagen, doch muss die Besatzung der "Falshöft" bei jedem Wetter, egal ob Sommer oder Winter Dienst auf See versehen. Natürlich genießt auch die Besatzung die Sommertage auf See, doch kommen auch wieder Tage mit schlechtem Wetter. Über zu wenig Arbeit kann sich die WSP Kiel hingegen auch nicht beklagen, auch wenn während der Kieler Woche mal der ein oder andere ruhigere Tag kommt, so sind die Aufgaben, die die Männer und Frauen bei der Kieler Wasserschutzpolizei durchführen vielfältig und zahlreich.

An dieser Stelle möchten wir uns beim Bootsführer Bernhard Kaczenski und den Männern und Frauen der Wasserschutzpolizei Kiel für die Möglichkeit der Begleitfahrt an Bord der "Falshöft" bedanken. Ein herzlichen Dank auch an Ralf-Udo Lemke und Frank Otte von der WSP Kiel.

(Bericht und Fotos: Benjamin Nolte)

Teil 2 der Reportagereihe "Im Einsatz" folgt kommende Woche mit dem Thema: Unterwegs mit der Bundespolizei


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