17. Dezember 2011 - 14:00 Uhr

Windkraft auf Reisen - Die Anlagen werden immer größer

Mit über 60 Metern sind Kurven für den Schwertransport schwierig (Foto:Benjamin Nolte)
Verkehrszeichen müssen teilweise entfernt werden (Foto:Benjamin Nolte)
Auch unter den Brücken ist nur noch wenige Zentimeter Luft (Foto:Benjamin Nolte)
Die Betonelemente in der Kurve mussten entfernt werden (Foto:Benjamin Nolte)
Dennoch verkeilte sich einer der Transporte in der Leitplanke (Foto:Benjamin Nolte)
Flensburg (bno) - Die Windkraft boomt, schon seit Jahren gehören Schwertransporte, die Teile für Windkraftanlagen transportieren zum alltäglichen Straßenbild in Norddeutschland. Meist kommen die Einzelteile, aus denen immer größere Windkraftanlagen gebaut werden, aus Skandinavien und reisen überwiegend über die Straße an ihren Bestimmungsort. Waren die Transporte vor einiger Zeit noch überschaubar und kamen nahezu problemlos überall an ihr Ziel, so ist es mittlerweile schwieriger geworden. Stolze 61 Meter lang waren die Rotorblätter, die in der Nacht zu Donnerstag in der vergangenen Woche aus Niedersachsen kommend die Abfahrt Harrislee der Autobahn 7 passieren mussten.

Die engen Kurven im Abfahrtsbereich erforden volle Konzentration von Fahrer und Begleitfahrzeugen und sind nicht mehr ohne Hilfe der Straßenmeisterei zu befahren. Schilder und Leitpfosten müssen abmontiert werden, die Schwertransporte angehoben werden, so dass diese mit ihren Aufliegern oberhalb der Leitplanke entglanggleiten können. Die Polizei sorgte für die Sperrung der B199 und des Abfahrtsbereiches der A7. Ohne Verkehrsbehinderungen sind diese Transporte nicht mehr möglich, dafür sind die Gespanne zu groß geworden. Aus diesem Grund dürfen die Schwertransporte in der Regel nur in den Abend- und Nachtstunden fahren, wo möglichst wenige Behinderungen entstehen. Teilweise sind die Gespanne so schwer geworden, dass viele Brücken auf den Autobahnen nur einzeln passierbar sind. Das heißt, die Transporte, die meist aus drei oder mehr Fahrzeugen bestehen müssen auf der Autobahn vor den Brücken warten und diese Einzeln passieren.

Wenige Meter von der Abfahrt Harrislee entfernt, dass nächste Hindernis. Die Richtungsfahrbahnen der Kurve der B199 in Richtung Handewitt sind durch massive Betonelemente geteilt. Schon Stunden vor Ankunft des Schwertransportes begann eine beauftragte Firma damit die Elemente zu entfernen, so dass die drei Rotorblätter auch diese Kurve meistern konnten. Doch genau hier geschah es. Das Schwerlastteam war einen Moment unaufmerksam und schon krachte der Auflieger in die Leitplanke und verkeilte sich zwischenzeitlich. Nach rund 15 Minuten war der Auflieger wieder frei. Der entstandene Sachschaden an Leitplanke unf Auflieger dürfte im vierstelligen Bereich liegen.

Trotz der beachtlichen Länge von 61 Metern sind diese Rotorblätter, die auf dem Weg nach Stadum waren, noch nicht die längsten die auf den Straßen unterwegs sind. Nach Auskunft der Polizei werden mittlerweile auch Transporte mit Längen von über 70 Metern begleitet. Beinahe täglich sind Schwertransporte mit Teilen aus der Windbranche unterwegs zu unterschiedlichsten Bestimmungsorten. Immer nachts, wenn alles schläft und der Verkehr weitesgehend unbehindert bleibt.

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