24. September 2010 - 16:38 Uhr

Verkehrskontrollen von Landes- und Bundespolizei im Großraum Flensburg

"Stop Polizei" - verhältsnismäßig oft bekamen Autofahrer in den letzten beiden Tagen dieses Zeichen zu sehen (Foto:Benjamin Nolte)
Vort Ort führten die Beamten erste Tests durch (Foto:Benjamin Nolte)
Bernd Penter (li.) und Heiner Wolfram (re.) kontrollieren einen Fahrzeugführer (Foto:Benjamin Nolte)
Ein positiver Drogenschnelltest (li.) und ein negativer (re.) (Foto:Benjamin Nolte)
Kontrolle auf dem Grünstreifen (Foto:Benjamin Nolte)
Verkehrskontrolle in der Neustadt (Foto:Benjamin Nolte)
Dieser dänische Fahrzeugführer nahm es mit der Ladungssicherung nicht so genau (Foto:Benjamin Nolte)
Beamte der Bundespolizei kontrollieren einen dänischen Verkehrsteilnehmer (Foto:Benjamin Nolte)
Die Kontrollstelle der Bundespolizei auf der B200 (Foto:Benjamin Nolte)
"Führerschein und Fahrzeugschein bitte" (Foto:Benjamin Nolte)
Eine junge Beamtin kontrolliert einen VW Polo (Foto:Benjamin Nolte)
Flensburg (bno) - Im Rahmen eines dreitägigen Fortbildungsseminares für die Drogenerkennung im Straßenverkehr führte die Landespolizei unter der Leitung von Polizeiausbilder Bernd Penter im Kreis Schleswig-Flensburg und der Stadt Flensburg in den vergangenen zwei Tagen Verkehrskontrollen durch. Etwa zehn Streifenwagenbesatzungen waren in den Nachmittags- und Abendstunden unterwegs um Fahrzeuge und insbesondere die Fahrzeugführer zu kontrollieren.

Mehrmals im Jahr führt Polizeihauptkommissar Bernd Penter in Schleswig-Holstein Drogenerkennungslehrgänge durch. Von Dienstag bis Donnerstag leitete er in Flensburg einen Lehrgang mit zwölf Teilnehmern, alles gestandene Polizeibeamte aus dem Bereich der Polizeidirektion Flensburg. Der Lehrgang ist unterteilt in eine Theorie und zwei Praxiseinheiten. In der Theorie werden die erlernte rechtlichen Aspekte zum Thema Drogen wiederholt und vertieft, Stoffkunde und Verdachtsgewinnung stehen ebenso auf dem Plan. Das in der Theorie vertiefte Wissen wurde am Mittwoch und Donnerstag in die Praxis umgesetzt. Jeder Lehrgangsteilnehmer bekam einen erfahrenen Drogenerkenner an die Hand, so führte zehn bis elf Streifenwagenbesatzungen jeweils eigenständig Kontrollen durch. Wir von erlebe-flensburg.de hatten die Möglichkeit den Lehrgangsleiter Bernd Penter und seinen Kollegen Heiner Wolfram einen Nachmittag lang zu begleiten.

Substanzbeeinflussung der Fahrzeugführer, darauf lag das Hauptaugenmerk der eingesetzten Polizeibeamten. A.D.M., Alkohol, Drogen und Medikamente, im Vordergrund standen Mittel und Substanzen, die ein Führen von Kraftfahrzeugen nicht zulässt. Die Vorgehensweise ist dabei jedes Mal ähnlich. Aus dem Streifenwagen heraus beobachten die Polizisten den Straßenverkehr, entweder aus dem Stand oder während der Fahrt. Meist innerhalb von 1-2 Sekunden fällt der Beamte die Entscheidung, ob ein Fahrzeug kontrolliert wird oder nicht. In dieser kurzen Zeitspanne, so erklärte Bernd Penter, versucht er einen kurzen Blick in das Gesicht des Fahrers zu werfen, das Fahrverhalten zu analysieren und auf sonstige Auffälligkeiten zu achten. Steht ein Fahrzeugführer unter Einfluss von Betäubungsmitteln, so geben nicht selten Gesichtsausdruck und die Augen erste Hinweise darauf.

Erster Treffer nach wenigen Minuten

Wenige Minuten nach der Abfahrt am ersten Polizeirevier stoppten Bernd Penter und sein Kollege einen VW Bus mit zwei männlichen Insassen. Der Fahrer hatte eine leicht schweißige Stirn und wirkte nervös, er zeigte Anzeichen für eventuellen Alkohol- oder Drogenkonsum. Im folgenden Gespräch wurde der Fahrzeugführer über seine Rechte und Pflichten aufgeklärt, die Personalien überprüft und nach Einverständnis durch den Fahrer ein Drogenschnelltest anhand einer Urinprobe vor Ort durchgeführt. Der Verdacht des Polizeihauptkommissars bestätigte sich, der Drogenschnelltest ergab bei THC (Haschisch) ein positives Ergebnis. Dem Fahrer wurde die Weiterfahrt unterbunden und er musste die Beamten aufs Revier zu weiteren Tests und einer Blutprobe begleiten. Der Fahrer gab an sich vor wenigen Tagen gemeinsam mit mehreren THC-konsumierenden Personen in einem Raum aufgehalten zu haben und so wohl die Dämpfe mit eingeatmet zu haben. Bernd Penter entkräftete dieses Argument sofort, beim Passivrauchen werden keinerlei Substanzen mit eingeatmet die in den Blutkreislauf gelangen können. Bevor der Fahrer im Streifenwagen platznahm wurde dieser noch durchsucht, was ein Einhandmesser zu Tage förderte, welches nach dem deutschen Waffengesetz ein verbotener Gegenstand ist, alleine hier für erwartet den Fahrzeugführer eine Strafanzeige.

Blutprobe auf dem ersten Revier

Auf dem Polizeirevier führten die Kollegen Penter und Wolfram vor der Blutprobe noch einen allgemeinen Fahrtauglichkeitstest durch, der aus vier Aufgaben besteht, die Aufschluss darüber geben, ob der Fahrer in der Lage ist Fahrzeuge zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu führen. Unter anderem musste der Proband auf einem Bein stehen, eine gerade Linie entlang laufen und bei geschlossenen Augen den Finger zur Nase führen. Es folgte die Blutprobe, die durch eine Ärztin abgenommen wird, nach drei bis vier Wochen steht dann das Ergebnis fest und der genaue Anteil von THC im Blut des Fahrzeugführers. Liegt der Wert unter einem Nanogramm, so geschieht nichts weiter. Bei Werten darüber erwartet den Fahrzeugführer eine Ordnungswidrigkeitsanzeige oder sogar eine Strafanzeige. Zunächst durfte der junge Mann seinen Führerschein behalten, ob dieser nachträglich noch eingezogen wird, lieg nicht im Ermessen der Polizei für die mit der Blutprobe die Maßnahme beendet ist.

Nach diesem ersten Erfolg der Kontrollen ging es zurück auf die Straßen Flensburgs, in den folgenden Stunden wurden noch diverse weitere Fahrzeuge kontrolliert. Bei Fahrzeugkontrollen spielt die Erfahrung der Beamten eine nicht unwichtige Rolle, Bernd Penter vermittelte seinem Kollegen aus Steinbergkirche währen des Praxistages worauf er im speziellen zu achten hat, welche Informationen aus dem ersten Gespräch mit den jeweiligen Fahrzeugführern zu gewinnen sind und wie der weitere Ablauf zu erfolgen hat. Alleine am Mittwoch stellten die Lehrgangsteilnehmer im Bereich Flensburg acht Fahrzeugführer fest, die unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln standen. Die Zahl des Drogenmissbrauchs im Straßenverkehr ist immer noch zu hoch und Kontrollen wie auch die Schulung von Polizeibeamten auf diesem Gebiet ist weiter von großer Bedeutung.

Die Bundespolizei führte ebenfalls größere Kontrollen durch

Auch die Bundespolizei führte in den vergangenen Tagen zeitlich begrenzt Verkehrskontrollen durch. Die beiden größten fanden am Mittwoch auf der B200 in Höhe des Grenzübergangs Kupfermühle und am Grenzübergang Harrislee statt. Mit Unterstützung der Bereitschaftsabteilung führte die Bundespolizeiinspektion Flensburg diese Kontrollen durch, der gesamte Fahrzeugverkehr wurde durch die Kontrollstellen geleitet und alleine am Grenzübergang Kupfermühle wurden etwa 170 Fahrzeuge kontrolliert. In erster Linie hielten die Beamten der Bundespolizei nach Schleusern und Drogentransporten Ausschau. In Harrislee wurden die Beamten der Bundespolizei durch die Landespolizei unterstützt die mit mehreren Beamten ebenfalls in dieser Kontrollstelle Fahrzeuge überprüfte.

Drogen am Steuer, Fahren ohne Fahrerlaubnis und diverse Verstöße gegen die korrekte Ladungssicherung stellten die Beamten fest. Hierbei zeigte es sich von Vorteil, das Landes- und Bundespolizei gemeinsam an der Kontrollstelle im Einsatz waren, fällt die Ahndung der Verstöße gegen die Ladungssicherheit zum Beispiel in den Bereich der Landespolizei, die mit einer Abordnung des Polizeibezirksrevieres vor Ort war.

Zehn Papageien auf der Ladefläche

Der Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Flensburg Hanspeter Schwartz berichtete noch von einem kuriosen und seltenen Fall. Auf einem Anhänger transportierte ein Fahrzeugführer zehn Papageien. Vorsichtshalber riefen die Beamten der Bundespolizei Kollegen vom Zoll zur Unterstützung herbei. Der Zoll überprüfte ob die transportierten Tiere unter Artenschutz standen oder nicht, dies war nicht der Fall und die Fahrt konnte fortgesetzt werden.


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