28. September 2009 - 19:05 Uhr

Im Einsatz - Teil 2: Unterwegs mit der Bundespolizei

Ein Streifenwagen der Bundespolizei (Foto:Benjamin Nolte)
Fahrzeug- und Personenkontrolle auf der Autobahn 7 (Foto:Nolte)
Personenüberprüfung über Funk (Foto:Nolte)
Die Einsatzleitstelle in Flensburg (Foto:Nolte)
Kontrolle in einem Regionalexpress der Deutschen Bahn (Foto:Nolte)
Kontrolle in einem Regionalexpress der Deutschen Bahn (Foto:Nolte)
Personenkontrolle auf dem Flensburger Bahnhof (Foto:Nolte)
Kontrolle einer Schiffsbesatzung im Flensburger Hafen (Foto:Nolte)
Kontrolle einer Schiffsbesatzung im Flensburger Hafen (Foto:Nolte)
Mit rund 40.000 Beschäftigten übernimmt die Bundespolizei in Deutschland eine Vielzahl von Aufgaben. Zu den Hauptaufgabengebieten gehören der Grenzschutz, die Bahnpolizei und die Luftsicherheit. Den Grenzschutz führen die Männer und Frauen der Bundespolizei zu Lande, zu Wasser und aus der Luft durch. Ferner hat die Bundespolizei die Aufgabe auf dem Gebiet der Eisenbahnen des Bundes Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung abzuwehren sowie Ausweis- und Personenkontrollen innerhalb der Züge durchzuführen. Im Bereich der Luftsicherheit liegen die Aufgaben der Bundespolizei in der Kontrolle der Fluggäste, deren Gepäck und der Überwachung des gesamten Flugplatzgeländes.

Im März 2008 wurde die Bundespolizei in Schleswig-Holstein neu strukturiert. Der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt sind in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern insgesamt sechs Bundespolizeiinspektionen sowie drei Bundespolizeiinspektionen See unterstellt.
In Schleswig-Holstein sind es die Inspektionen Kiel und Flensburg. Im zweiten Teil unserer Reportagereihe „Im Einsatz“ möchten wir Ihnen die Bundespolizeiinspektion Flensburg etwas genauer vorstellen. Die Beamten der Inspektion Flensburg sind für etwa 60 % der Fläche unseres Bundeslandes zuständig, das Einsatzgebiet umfasst die Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Dithmarschen, Rendsburg-Eckernförde, Pinneberg, Seinburg, sowie die Städte Flensburg und Neumünster. Im Einsatzgebiet liegen Schleswig - Holsteins Hauptbahnstrecken von Hamburg nach Flensburg und von Hamburg nach Westerland. Zur Inspektion in Flensburg mit Stab und Einsatzleitstelle gehören drei Reviere, in Bredstedt, Neumünster und Brunsbüttel. Im Norden des Einsatzgebietes liegt die Binnengrenze zu Dänemark, im Osten und Westen die Häfen Flensburg und Brunsbüttel und damit auch die Schengenaußengrenzen der Nord- und Ostsee. Die Bahnpolizei ist insgesamt für etwa 750 km Schienen und 44 Bahnhöfe zuständig und verantwortlich und noch mal so viele Haltepunkte.

Die Bundespolizeiinspektion Flensburg

Am 7. Juni erhielten wir die Möglichkeit eine Streife der Bundespolizei im Grenzgebiet von Flensburg und dem Kreis Schleswig-Flensburg zu begleiten. Gegen Mittag begannen die Bundespolizisten Ronny Hoffmann und Ulf Henche den Dienst. Zunächst ging es auf die Bundesautobahn 7. Das Einsatzgebiet für Grenzkontrollen reicht bis 30 Kilometer ins Landesinnere hinein. Besonderes Augenmerk richten die Beamten auf Lieferwagen und Kleinbusse, immer häufiger kam es in den letzten Monaten vor, dass in genau solchen Fahrzeugen versucht wurde Personen, oftmals aus dem nahen und mittleren Osten stammend, durch Deutschland in Richtung Skandinavien zu schleusen. Entlang der A7 beziehen die Beamten Position und beobachten den fließenden Verkehr. Mit geübtem Auge und jahrelanger Erfahrung müssen die Beamten innerhalb von ein bis zwei Sekunden erkennen, ob sie sich an ein Fahrzeug hängen und es kontrollieren oder nicht. Fällt den Polizisten ein verdächtiges Fahrzeug auf, so schließen sie zu dem Fahrzeug auf und überprüfen noch vor dem Anhaltevorgang über Funk das Kennzeichen und lassen sich die Daten des Fahrzeughalters übermitteln.

Kontrolle auf der Autobahn 7


Bleibt der Verdacht nach dieser Überprüfung aufrecht, so setzten sich die Beamten mit ihrem Fahrzeug vor jenes und zwingen den Fahrzeugführer durch das Leuchtschild „Polizei - Bitte folgen“ ihnen bis zum nächsten Parkplatz oder der nächsten Ausfahrt hinterherzufahren. Vor dem Anhaltevorgang sprechen sich die Beamten im Fahrzeug ab, wer die Kontrolle durchführt und wer den Kollegen absichert, denn letztendlich weiß man nie wen man anhält und wie der Fahrzeugführer oder die Insassen auf die Beamten reagieren.
Der kontrollierende Beamte spricht den Fahrzeugführer an, stellt sich vor und verlangt die Ausweispapiere. Desweiteren werden der Kofferraum und das Fahrzeuginnere in Augenschein genommen. An diesem Tag dauerte es nicht lange bis den Beamten das erste verdächtige Fahrzeug auffiel, welches kurz darauf am nächsten Rastplatz angehalten und kontrolliert wurde. Sowohl die Personalienüberprüfung, als auch die Kontrolle des Fahrzeuges war negativ und ohne Beanstandungen. Beispiele der jüngsten Vergangenheit zeigen aber, dass die Beamten der Bundespolizei immer wieder den richtigen Riecher haben und Schleusungen in Richtung Skandinavien verhindern oder gesuchte Personen festnehmen können.

Nach gut zwei Stunden auf der A7 ging es zurück nach Flensburg. Zum Aufgabenbereich der Bundespolizeiinspektion Flensburg gehört auch die Kontrolle von Schiffsbesatzungen, die den Flensburger Hafen anlaufen. Aber auch Serviceleistungen gehören zum Aufgabenbereich, wie zum Beispiel die Ausstellung von Landgangsausweisen für die Besatzungen. Am siebten Juli lag zum Beispiel ein Schiff mit russischer Besatzung im Sicherheitsbereich des Flensburger Hafens. Schiffsbesatzungen dürfen ohne gültiges Visum an Land gehen, wenn sie einen Landgangsausweis beantragen. Kontrolliert wurde auch, ob eventuell die Besatzung gewechselt hat.

Unterwegs im Regionalexpress der Deutschen Bahn

Am Nachmittag stand eine Zugstreife auf dem Programm. Auf dem Bahnsteig 1 im Flensburger Bahnhof befindet sich die Wache der Bundespolizei, von der aus die Beamten stichprobenartig die Züge von und nach Dänemark kontrollieren. Wir stiegen in den Zug aus Padborg mit Weiterfahrt nach Hamburg ein. Die Beamten der Bundespolizei gehen von Waggon zu Waggon und überprüfen, falls die Notwendigkeit besteht, bei bestimmten Personen die Personalien. Bis zur nächsten Haltestelle, in diesem Fall Tarp müssen, die Beamten einmal durch den Zug gegangen sein, danach geht es mit dem Zug in Gegenrichtung zurück nach Flensburg.

Bei der Bundespolizeiinspektion sind die Aufgaben aufgeteilt. Beamte auf der Wache am Bahnhof übernehmen die Zugstreifen und die Kollegen auf der Wache an der dänischen Grenze übernehmen die Kontrollfahrten auf der A7 und im Grenzgebiet. Im Schnitt sind mindestens drei Streifenwagen der Bundespolizei allein hier im Norden unterwegs und sorgen für die Sicherheit im Grenzgebiet. Der siebte Juli endete in Flensburg für die Beamten Hoffmann und Henche ohne besondere Zwischenfälle.

An dieser Stelle möchten wir uns bei der Bundespolizei und ihrem Pressesprecher Herrn Hanspeter Schwartz für die Möglichkeit bedanken, die Beamten einen Tag lang zu begleiten. Ein großer Dank auch an die Kollegen Hoffmann und Henche, die für alle Auskünfte zur Verfügung standen und immer bereit waren Fragen zum aktuellen Einsatzgeschehen zu beantworten.

(Benjamin Nolte)

Weitere Informationen über die Bundespolizei finden Sie hier: www.bundespolizei.de

Informationen über eine Ausbildung bei der Bundespolizei finden Sie hier:Berufsperspektiven bei der Bundespolizei


In Folge drei der Reportagereihe „Im Einsatz“ lesen Sie über einen Tag bei der Flensburger Berufsfeuerwehr.





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