26. September 2011 - 12:31 Uhr

Der 13. Stock

Simon Faber (Foto: Alexander Thomsen)
Flensburg (alt) - Bis vor Kurzem hat mich die Zahl 13 eigentlich wenig beeindruckt. Inzwischen komme ich allerdings langsam zu der Überzeugung, dass diese Zahl vielleicht doch kein gutes Omen ist. Zumindest dann nicht, wenn es um die Wünsche Flensburger Oberbürgermeister geht, die in genau diesem Stockwerk ihr Büro einrichten möchten.

Nachdem der erste Anlauf das Oberbürgermeister-Büro in das 13. Stockwerk des Flensburger Rathauses, nach massiver Kritik von allen Seiten, scheinbar auf Eis gelegt schien, ist das Thema nun plötzlich wieder auf dem Tisch.

Dieses Mal allerdings ist nicht der Oberbürgermeister selbst der Initiator des Umzugs, sondern das überbelegte, aus allen Nähten platzende Gesundheitshaus in der Norderstraße. Eine dort ansässige Abteilung soll nun wieder ins Rathaus umziehen. Der besseren Erreichbarkeit halber in das Hauptgeschoss, in dem auch das Büro von Oberbürgermeister Simon Faber zu finden ist. Dieser könnte doch dann in den 13. Stock umziehen und die dort residierende Rechnungsprüfung ausgelagert werden. Zusammen mit dem OB müsste allerdings auch das Büro für Grundsatzangelegenheiten aus dem Hauptgeschoss in das 12. Stockwerk umziehen und um dies zu ermöglichen, die Rechtsabteilung vom 12. in den 9. Stock verlagert werden.

In diesem Zusammenhang gibt es jedoch noch einen anderen Aspekt, der bisher keine Erwähnung gefunden hat. Die verlorene Zeit im Fahrstuhl. Wenn Herr Oberbürgermeister Faber sein Büro in den 13. Stock verlegt, und man davon ausgeht, dass er im Schnitt etwa 5 Mal pro Arbeitstag hinauf und herunter fahren muss, kommt einiges an Zeit zusammen. Da ist erstmal das Warten auf den Fahrstuhl, die eigentliche Fahrt und natürlich noch diverse Haltestellen unterwegs. Bei geschätzten drei Minuten pro Fahrt käme man auf insgesamt 30 Minuten, die der OB am Tag mit Fahrstuhlfahrerei beschäftigt ist.

Da der OB in diesem Falle ohnehin schon einige Zeit im Fahrstuhl verbringen müsste, drängt sich einem eine Lösung auf, die alle Kritiker verstummen lassen würde und dem Wunsch von Herrn Faber zumindest teilweise nachkommen könnte. Warum richtet man das Büro des Oberbürgermeisters nicht gleich im Fahrstuhl ein. Hierfür würde sich natürlich der verglaste Fahrstuhl anbieten. Wenn es Herrn Faber nach dem 13. Stock gelüstet, ist dieser nur einen Knopfdruck entfernt. Gleichzeitig würde sich die Präsenz und Bürgernähe des OB schlagartig erhöhen. Flensburger, die am Rathaus vorbei schlendern könnten aufblicken und voller stolz sagen: "Guck mal da fährt unser Oberbürgermeister." Auch die von Herrn Faber neu eingerichtete Sprechzeit am ersten Mittwoch im Monat könnte er sich sparen, da lockere Gespräche mit mitreisenden Bürgern jederzeit möglich wären.

Dann gäbe es auch noch den touristischen Effekt. Flensburg wäre um eine Sehenswürdigkeit reicher. Etwas was es in keiner anderen Stadt zu sehen gibt.
"Besuchen Sie Flensburg und begrüßen Sie unseren Oberbürgermeister persönlich im Fahrstuhl". Einen besseren Slogan für den nächsten Tourismus-Flyer kann ich mir fast gar nicht vorstellen.

Man könnte natürlich auch einfach alles so lassen wie es ist, eine andere Lösung für das überfüllte Gesundheitshaus in der Norderstraße finden und nebenbei auch noch die geschätzten 40.000 Euro sparen, die durch die Umzieherei entstünden.

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