18. November 2010 - 2:14 Uhr

Podiumsdiskussion der Stichwahlkandidaten zur Oberbürgermeisterwahl

Podiumsdiskussion der OB-Kandidaten (Foto: Alexander Thomsen)
Kandidat Simon Faber (Foto: Alexander Thomsen)
Kandidatin Elfi Heesch (Foto: Alexander Thomsen)
Podiumsdiskussion der OB-Kandidaten (Foto: Alexander Thomsen)
Moderation (Foto: Alexander Thomsen)
Kandidat Simon Faber (Foto: Alexander Thomsen)
Kandidatin Elfi Heesch (Foto: Alexander Thomsen)
Moderation (Foto: Alexander Thomsen)
Podiumsdiskussion der OB-Kandidaten (Foto: Alexander Thomsen)
Flensburg (alt) - Sonntag wählt Flensburg eine neue Oberbürgermeisterin bzw. einen neuen Oberbürgermeister. Zur Wahl stehen Elfi Heesch (parteilos), die von der CDU und den Grünen ins Rennen geschickt wird und Simon Faber der SSW Kandidat. Am Dienstag Abend fand in der Bürgerhalle des Rathauses nochmals eine Podiumsdiskussion mit den Stichwahlkandidaten statt. Der Offene Kanal Flensburg hat diese Veranstaltung Live übertragen und wiederholt diese am Samstag um 13:00 Uhr und am Sonntag um 16:00 Uhr. Wir waren vor Ort und haben einen Teil der Antworten der Kandidaten eingefangen.

Nennen Sie bitte 3 Unterschiede die Sie von ihrem Gegenkandidaten unterscheidet

Elfi Heesch:
1. Ich kann Probleme nicht nur erkennen sondern auch lösen.
2. Der andere Unterschied ist offensichtlich.


Simon Faber:
1. Den Ball muss ich doch kurz zurückspielen. In der dänischen Minderheit bin ich als der Problemlöser bekannt.
2. Ich denke ich bringe eine große Vielfalt an Berufserfahrung mit. Unternehmensführung in einem großen Haus, dem Dänischen Rundfunk und der Arbeit hier in der Region. Es ist wichtig, dass man jemanden hat, der nicht nur intern auf der Verwaltungsebene sondern auch den Blick von von Außen kennt, denn dort sind ja die Probleme, die wir lösen wollen.


Wie stehen Sie zur möglichen Schließung der Justizvollzugsanstalt.

Simon Faber:
Durch den Druck haben die Betroffenen selbst, mit den Gewerkschaften ein Alternativkonzept entwickelt haben, bei der genau die gleichen Einsparungen erreicht werden, aber trotzdem das bewahren was wir haben. Ich fand es traurig, dass man diesen Brückenschlag nicht ausgenutzt hat.

Elfi Heesch:
Man darf den Druck nicht aus dem Kessel nehmen sondern weiter Druck machen, auch auf die Abgeordneten und in Kiel sozusagen immer schön auf der Matte stehen und das endsprechend kommunizieren.


Braucht eine Stadt wie Flensburg eine Oper oder ein komplettes Theater und werden Sie sich für den Erhalt des kopletten Landestheaters in der jetzigen Form einsetzen?

Elfi Heesch:
Das "Ob" ist unstrittig aber es geht wirklich um das "Wie" des Theaters. Ich maße mir nicht an, auch nicht als OB, das "Wie" alleine zu entscheiden. Das ist eine Entscheidung, die mit der Kultureinrichtung zusammen und vor allen Dingen auch mit Bürgern entschieden werden muss. Was brauchen wir an Theater tatsächlich für die Stadt und für die Leute, die hier leben, für alle auch aller Generationen. Welches Theater brauchen wir auch für Touristen, weil auch dafür ist das ein wichtiger Aspekt.

Aber in der Urlaubszeit ist das Theater geschlossen...

Elfi Heesch:
Da kann man dann ja Gastspiele machen, das kann man ja alles machen, kostet natürlich auch Geld. Die Frage ist ja auch, ob man das dann braucht. Aber Fakt ist, man muss jetzt ein Konzept entwickeln und da ist das Landestheater auf einem guten Weg und ich orientiere mich daran kein Gedankenverbot aufzuerlegen und in jede Richtung zu denken, nur dann kommt man auf den richtigen Weg.

Ich setzte mich dafür ein, dass das Theater erhalten bleibt und ich setze mich für die beste Lösung ein und die müssen wir zusammen erarbeiten. Ich setze mich nicht dafür ein, so wie es jetzt ist und auch das Theater setzt sich nicht dafür ein wie es jetzt ist. Wir alle arbeiten zur Zeit, Gespräche haben wir auch schon gehabt, an einer Lösung und für die Lösung im Sinne aller, setze ich mich ein.

Simon Faber:
Die Erhaltung in der jetzigen Form ist immer schwierig. Natürlich brauchen wir ein Theater und ich finde wir brauchen auch die Oper, weil natürlich eine Oper hier besonders gut hinpasst, auch wenn man natürlich grenzüberschreitend denkt, ist das ein Genre, das natürlich gut angekommen ist sozusagen. Wir müssen natürlich auch überlegen, warum geht es nicht nur um den Erhalt in der jetzigen Form, sondern um eine Weiterentwicklung, weil sich die Kulturlandschaft insgesamt natürlich weiterentwickelt. Die Menschen sind deutlich mobiler als noch vor 20 Jahren, sie möchten hohe Qualität. Kulturinteressierte Menschen sehen Arte, das ist der Qualitätsmaßstab, das heißt wenn sie hier ins Theater gehen, dann möchten sie auch eine hohe Qualität erleben. Da ist das Theater auf einem guten Weg, das finde ich toll und das muss auch das Konzept für die Zukunft sein.
Was wichtig ist, und daran wird ja gearbeitet, dass wir erstmal eine Überbrückungsphase hinbekommen für ein bis zwei Jahre, damit man Zeit gewinnt ein wirklich neues Konzept zu überlegen. Für mich gehört in Konzept auch unbedingt rein, das ein Theater auch grenzüberschreitend denkt und arbeitet, als erstes Schaufenster deutscher Kultur. So eine Oper findet man in Dänemark höchstens in Kopenhagen noch. Und wenn wir an die Kombination Tourismus denken, sehe ich vor allem die Wintersaison als einen Markt der Zukunft. Im Winter könnten wir gut mehr Touristen haben.


In den letzten Jahren ist der Beitrag der Stadt Flensburg am Landestheater gekürzt worden. Könnten Sie sich als OB vorstellen diesen Betrag auch wieder zu erhöhen oder ist das tabu, nicht mehr Geld als jetzt?

Elfi Heesch:
Wir haben das Thema Haushaltkonsolidierung auf der Agenda. Ich halte es für unwahrscheinlich, das wir den Kulturhaushalt zur Zeit aufstocken. Wenn man dort erhöht nimmt man anderen im Kulturbereich etwas weg.

Simon Faber:
Ich bin dafür keine Denkverbote auszusprechen. Unter ganz bestimmten Bedingungen könnte ich mir das schon vorstellen. Auch in dieser Übergangsphase. Wenn der Eindruck klar ist, das Theater arbeitet konsequent daran sich auch innerlich zu reformieren, und das an den Dingen die Gut sind gearbeitet wird und vielleicht andere Dinge etwas herunter fährt. Das muss erkennbar sein, dann bin ich auch Bereit über die Ausgaben zu verhandeln. Wir haben aber auch noch andere Kulturbereiche, es ist ja nicht nur Theater. Wir haben die freien Träger, da geht es oft um sehr viel kleinere Beträge, aber die für diese freien Träger auch sehr wichtig sind.Das muss in ein Gesamtpaket rein, Die Pilkentafel zum Beispiel hat auch große Probleme mit ihrer Finanzierung, davon spricht hier niemand, wird aber auch ein Thema. Sie haben richtig gesagt, wenn man irgend etwas macht, dann nimmt man jemand anderem etwas weg. Ich glaube das müssen wir auch manchmal machen. Das heißt überall gucken, wofür geben wir etwas aus, wenn wir wirklich etwas besser machen wollen, kostet es auch manchmal mehr. Wo sind unsere Alleinstellungsmerkmale, was machen wir wirklich gut und was plätschert nur so vor sich hin.


Wo könnte die Stadt Flensburg konkret etwas einsparen und die Einnahmen erhöhen?

Simon Faber:
Mein Ansatz ist langfristig eine Zielsetzung zu machen binnen wie viel Jahren die Halbierung der Neuverschuldung ist und die Null-Neuverschuldung, das müssen die ersten Schritte sein. Und dann müssen wir in allen Bereichen wirklich genau hingucken. Intern ist dies ja auch schon in Gange. Ein wesentlicher Grund für die Neuverschuldung ist ja, dass die Gewerbesteuereinnahmen eingebrochen sind und wir müssen versuchen hier mehr Wirtschaftskraft anzusiedeln. Eine gute Standortpolitik, die Unternehmen müssen sich gut aufgehoben fühlen und einen guten Service empfinden. Wir brauchen eine Task-Force, die auf Jagd geht und Unternehmen hierher holt.

Elfi Heesch:
Beispielsweise ist mir das Thema Beteiligungen aufgefallen. Das sind die Unternehmen an denen Flensburg beteiligt ist, wo eben auch Geld eingezahlt wird. Mir ist aufgefallen, das die Gesamtverschuldung Flensburgs 315 Mio. in 2009 war, davon war bei den Beteiligungen 80 Mio., also 25%. Das gibt Anlass zur Sorge. Bei Teilhaben muss geprüft werden, ist wirklich noch ein städtisches Interesse da, denn nur bei einem öffentlichen Interesse, was für die ganze Stadt relevant ist, überhaupt noch ein Aspekt den zu betreiben. Mir ist noch eines aufgefallen, wenn es um kurzfristige Haushaltskonsolidierung geht, auch das Thema eGovernment. Ich meine damit nicht einfach einen Antrag als PDF ins Internet zu stellen, sondern wahres eGovernment. Das sind Lösungen, wenn Sie Ihre Steuererklärung abgeben, können Sie mittlerweile den Inhalt selbst bearbeiten. Da muss keiner mehr in der Verwaltung noch die Daten eingeben. Das machen Sie selbst. Auf der anderen Seite wird sozusagen ein Arbeitsgang weniger anfallen. Mit einem wirkungsvollen Controlling kann man schon ganz viel einsparen.

Das heißt in der Konsequenz auch mit weniger Personal, also Personalabbau

Elfi Heesch:
Wenn eGovernment Lösungen das tatsächlich ergeben, dann kann das so sein. Das ist auch das Ziel von eGovernment, aber es geht immer darum weniger Personal durch altersbedingte Abgänge, wo einfach Arbeitsstellen wegfallen, durch solche IT-Lösungen. Das finde ich auch in Ordnung. Was mir auch aufgefallen ist, warum Verwaltungsgebäude nicht als Werbeträger benutzen oder auch die Parkscheibe. Kleinvieh macht auch Mist.

25% Schulden bei den Beteiligungen, um welche handelt es sich?

Elfi Heesch:
Beim Flughafen kann man durchaus überlegen. Ich will damit nicht sagen. Es geht darum , das dort eine mittelbare Beteiligung der Stadt drin ist. Ich weiß, dass dort auch Firmenflüge stattfinden und das ist auch das öffentliche Interesse, aber der Rest ist rein Privatinteresse und trotzdem sind die Stadtwerke mit 80% da drin. Diese Relation leuchtet mir nicht so unbedingt ein. ich finde da sollte man drüber nachdenken.


Prognosen sagen für die Stadt Flensburg ein großes Bevölkerungswachstum voraus. Dafür braucht man Wohnraum. Wo wollen Sie in Flensburg neuen Wohnraum schaffen?

Elfi Heesch:
Die Wohnraumanalyse sagt ja auch, das wir Wohnraum insbesondere im Bereich für Single-Haushalte und für ältere Personen brauchen, weil ältere Personen in die Stadt zurück wollen. Sie sind mal in die Peripherie gegangen, sie wollen wieder in die Stadt zurück. Deswegen sehe ich den Schwerpunkt im Innenstadtbereich, das heißt Geschoßwohnungsbau. Damit meine ich aber auch Modelle, die Mehrgeneration ermöglichen. Wenn ich im Innenbereich bin muss ich gucken, wo gibt es Flächen und wo kann man auch noch soziale Aspekte miteinander verbinden. Da bin ich ganz schnell bei der Neustadt und bei der Norderstadt.

Simon Faber:
Wir sind viel in die Fläche gegangen für den Einfamilienhausbau, das war auch möglich, durch die Kasernenstilllegungen usw. Wir müssen aber auch sehen, dies Konkurrenz über Fläche, die werden wir demnächst verlieren. Es steht auch nicht mehr so viel Fläche zur Verfügung. dazu kommt, ist es wirklich der Bereich, in dem wir gut konkurrieren können und sollten? Wir können den Bestand gut modernisieren, aufbauen. Denken Sie an Fruerlund, da läuft ein Projekt, da sind ja auch viele Wohnungen, die für die Flüchtlinge in den Jahren nach dem Krieg gebaut worden sind werden modernisiert, versucht es aber so hinzubekommen, das die soziale Balance bleibt und wenn das klappt und so sehe ich das im Moment, dann entsteht da ein wunderbares Stadtnahes Viertel, das wohnen in der Stadt insgesamt attraktiv macht. Solche Beispiele brauchen wir

Frühkindliche Erziehung, ein Stichwort was Sie Frau Elfi Heesch genannt haben, ist das für Sie Sozialpolitik oder Bildungspolitik?

Elfi Heesch:
Für mich ist es beides. Denn mir geht es um darum, wir haben im Moment sehr viel Ausgaben in dem Bereich Soziales. Um auch aus dieser Kostenspirale herauszukommen möchte ich Menschen die teilweise schon über mehrere Generationen in der Lebenssituationen mit Harz iV - früher Sozialhilfe sind herauszuholen. Ich habe nur eine Idee als Ansatzpunkt, nämlich bei den Kindern anzufangen. Ich möchte, das Kinder mit dem gleichen Start in die Schule gehen können und die gleiche Ausgangsbasis haben und das fängt für mich im Bereich der Kita an. Wenn man an Haushaltskonsolidierung geht, geht es auch darum Prioritäten zu setzen und es geht auch darum Visionen zu haben, wo will man hin. Und das ist meine Vision einer gerechteren Gesellschaft, die bei den kleinen Kindern in der frühkindlichen Bildung anfängt und ihnen einfach Chancen bietet.

In welchen Bereichen kann für die Stadt Geld generiert werden?

Elfi Heesch:
Ich möchte von den Leuten, die schon hier sind, weil sie hier Studieren in dem Bereich der erneuerbaren Energien, die machen zu einem Großteil auch Unternehmen auf im Mittelständischen Bereich. Das sollen sie hier machen. Dazu brauchen sie gute Vorraussetzungen für den Start. Da ist dieser Punkt der Unternehmenspark wo Leuten Starthilfe gegeben wird von gestandenen Unternehmern die die jungen Leute mitnehmen und sagen so läuft das Unternehmen daran musst Du denken. Aber das allein, ein Unternehmenspark für erneuerbare Energien, reicht nicht aus es geht auch darum Anschubfinanzierungen zu ermöglichen. Da schwebt mir ein Font vor,in den die Stadt, Unternehmen und auch Bürger einzahlen können und aus diesem Topf sollen Anschubfinanzierungen laufen. Und der andere Punkt, auch die Leute sind vor Ort und auch die studieren auf dem Campus, das sind die Leute aus dem Gesundheitsbereich. Dänemark hat, zu unserem Glück vielleicht, einen relativ schlechten Aufbau der Infrastruktur im Rahmen der Gesundheit. Deswegen ist es auch so, das die Diako sich in diesem Bereich spezialisiert hat. In den letzten 10 Jahren sind in diesem Bereich sehr viele Arbeitsplätze entstanden und das wird noch viel mehr werden, da wir alle zu der Situation der Überalterung der Gesellschaft teilhaben werden. Und das wird dazu führen, das in diesem Bereich mehr Leute arbeiten werden.

Simon Faber:
Ihre Idee einen Cluster für erneuerbare Energien zu bilden, das heißt eine Ansiedlung von Unternehmen in der gleichen Sparte, wo das Fachwissen vor Ort ist, ist natürlich gut und richtig. Ich habe mich da auch beraten lassen, bei der IHK, bei der WiREG. Mein Punkt dazu ist, kann man so etwas wirklich vom Schreibtisch aus entscheiden? ich glaube wenn wir diese Diskussion vor 5 Jahren geführt hätten, Was passt hier her, Unternehmen im Bereich Mobiltelefonie, das ist nun alles gewesen. Die Versatel verabschiedet sich und Motorala ja auch schon. Entscheidend ist das ein Alleinstellungsmerkmal irgendwo auch ist. Und wenn man ließt, was die Länder von Estland bis Spanien vorhaben, ja den Bereich der erneuerbaren Energien wollen wir auch etwas machen. Warum geht Danfoss hierher? Meine Erklärung dazu wäre, weil das Unternehmen zu dieser Region einen Bezug hat und auf deutschen und skandinavischen Märkten aktiv ist. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal und da leigt auch noch viel Potenzial, wenn wir diese Nische bedienen.

Wie sieht denn Ihre Vision der idealen frühkindlichen Erziehung aus?

Simon Faber:
Dazu gibt es ja einen sehr guten Ansatz hier in der Sozialverwaltung, nämlich das man bemüht ist über den ganzen Weg, von der Hebamme begonnen immer versucht die Übergänge zu begleiten. Denn wo geht es meistens schief? Irgendwo, wenn ein Übergang stattfindet. Von der Kita in die Schule, oder wenn man sein erstes Kind bekommt und damit nicht klar kommt, oder wenn man sich scheiden lassen muss. Das heißt, wenn wir unsere Beratungsangebote so aufbauen, dass sie gerade diese Übergänge gut begleiten, dass der Mensch in seinem Leben weiterkommt, dann ist das ein positiver Ansatz. Wovon hängt Qualität eigentlich ab? Wo es gut ausgestattet ist läuft es meistens besser aber auch nicht immer. Letztendlich ist es von der Qualität des Personals abhängig. Ich kenne gutausgestattete Schulen, die nicht so dolle sind aber auch schlecht ausgestattete, wo super unterrichtet wird. Die Menschen, die da arbeiten, darauf kommt es eigentlich an.

Thema Armut - Es gibt in Flensburg etwa 14.000 Menschen die in irgendeiner Form von Staatlichen Zuwendungen abhängig sind. Die Frage was kann ein zukünftiger OB dagegen unternehmen?

Simon Faber:
Auch hier geht es natürlich darum, dass wir passgenau arbeiten. Bei dem einen liegt die Armut an der Lebenslage, sei es Scheidung, der andere hat ein gesundheitliches Problem, der dritte wieder ein ganz anderes. Das kann man nicht über einen Kamm tun. Ich glaube, wenn wir da weiter voran kommen wollen und nicht nur immer über Geld reden wollen, was wir natürlich müssen, wir müssen auch das unterstützen, was im Ehrenamtlichen Bereich schon in Gange ist, über Nachbarschaftliches Engagement und über gute Mentoren-Systeme. Ich denke wir können es nicht nur über Masse und Geld lösen, wir müssen wirklich eng an den Menschen arbeiten und manchmal glaube ich kann man es mit ehrenamtlicher Begleitung besser lösen, als wenn es immer nur über die Behörde läuft.

Elfi Heesch:
Nur eine genaue Analyse ermögliche sich ein genaues Bild darüber zu machen, was man in welchen Bereichen tun kann. Dabei fällt mir dann auf, das Frauen und Alleinerziehende häufig in dieser Gruppe vertreten sind. Das heißt das ist für mich ein systematisches Problem was dahinter steckt. Frauen, die Kinder erziehen müssen, brauchen gute Qualifizierungen und brauchen natürlich auch gute Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Es geht also auch darum, das Verwaltung die Frauen fragt, was braucht ihr eigentlich, um einen Arbeitsplatz zu bekommen, was braucht ihr eigentlich für eine Kinderbetreuung.

Simon Faber:
Wir müssen auch Gedanken machen, wo sind die Arbeitsplätze für die Menschen, die nicht so einen hohen Bildungsstandard haben und auch nicht unbedingt erreichen werden. Für diese Menschen brauchen wir auch Arbeitsplätze in der Produktion und da haben wir vielleicht auch einen Standortvorteil, wenn dänische Unternehmen ihre Produktion bei uns ansiedeln.



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