30. November 2012 - 14:05 Uhr

Teilnahme der Stadt Flensburg an Minderheitenkonferenz in Brüssel

Flensburg war bei der Minderheitenkonferenz in Brüssel vertreten (Foto: Benjamin Nolte)
Flensburg - "It's up to the majority" lautete der Titel der Minderheitenkonferenz, die kürzlich in Brüssel auf Einladung der "Svenska Kulturfonden", der Vertretung der schwedischsprachigen Volksgruppe in Finnland, stattgefunden hat. Teilnehmer waren sowohl Vertreter öffentlicher Einrichtungen, als auch private Unternehmer.

Ziel war es, best practice-Beispielen im Zusammenleben von Mehrheits- und Minderheitsgesellschaft darzustellen und zu diskutieren. So gab es Vorträge zum zweisprachigen Gesundheitssystem in Finnland, dem dreisprachigen Unterricht an Schulen in Südtirol, dem Einsatz der ungarischen Sprache in rumänischen Unternehmen und dem walisisch-sprachigen Angebot der British Telecom.

Der Vertreter der Stadt Flensburg, der Ratsherr und Vorsitzende des Stadtplanungsausschusses Arne Rüstemeier, präsentierte das Flensburger Beispiel der zweisprachigen Beschilderung, die weniger für die Besucher der Stadt als vielmehr für die dänischsprachigen Einheimischen eingeführt wurden. In der Aussprache zu den Impulsen der beispielgebenden öffentlichen und privaten Initiativen, zu der Flensburg gehörte, wurden Finanzierung und Reaktionen der Mehrheitsbevölkerung hinterfragt. Rüstemeier dazu: "Hinweisschilder werden bei Neuaufstellung oder Ersatzbeschaffung nach Möglichkeit als Piktogramm, ansonsten zweisprachig erstellt. Mehrkosten entstehen dabei nicht."

Höhepunkt der Veranstaltung war dabei die Keynote-Speech des Friedensnobelpreisträgers und früheren Präsidenten Finnlands, Martti Ahtisaari. Dieser zielte in seiner Rede auf die Überschrift der Konferenz ab: Es seien nicht die Minderheiten dazu da, Gleichberechtigung im Zusammenleben mit der Mehrheit zu fordern. Es sei Aufgabe der Mehrheit, den Minderheiten Rechte zuzugestehen. Dabei dürfe man nicht Beispiele schlechter Minderheitenpolitik bloßstellen.

"Die Begegnung mit Herrn Ahtisaari war sehr eindrucksvoll und es ist von großer Wichtigkeit für eine Grenzstadt wie Flensburg, auch mal über den eigenen Tellerrand zu schauen. Gerade in Fragen der Minderheitenpolitik ist das voneinander Lernen von unschätzbarem Wert", fasst Arne Rüstemeier die Eindrücke von der Brüsseler Konferenz zusammen.

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