25. September 2008 - 0:00 Uhr

Interview mit Paul Panzer

Du warst jetzt zum zweiten Mal in Flensburg, hast du schon mal was anderes außer dem Deutschen Haus sehen können?

Ja, ich war am Wasser, heute, hier, ist glaube ich die Ostsee, da waren sogar heut noch Leute schwimmen, da habe ich mich sehr gewundert. Ich war nur mit den Füßen drinn, das hat mir schon gereicht, jetzt habe ich schon ein bisschen Grippe, aber ich finde es sehr schön hier bei euch. Ich mag ja so diesen halbindustriellen Charme hier, mit den ganzen Kränen und so. Ich finde Flensburg gut. Ich kriege ja auch oft Post aus Flensburg, aber da muss ich ja jetzt nicht drauf eingehen (lacht).

Ist am Flensburger Publikum im Vergleich zu anderen Städten etwas Besonderes? Du tourst ja nun schon seit fast drei Jahren quer durch Deutschland und hast viel gesehen…

Eigentlich ist jedes Publikum besonders, man kann das nicht genau unterscheiden, ich merke nur, dass an manchen Stellen gelacht wird, wo woanders nicht gelacht wird und umgekehrt. Man kann eigentlich nicht mehr machen, als rausgehen und sein Bestes geben und das hat heute ja mal wieder gereicht, was mich sehr gefreut hat. Die Leute machen hier mit und es gab so zwei/drei Situationen, die hatten nichts mehr mit dem Programm zu tun, da muss ich dann immer selber lachen, aber ich glaub das mögen die Leute.

Mit deinem aktuellen Programm, „Heimatabend Deluxe“, hast du bei rund 450 Auftritten um die 500.000 Besucher in die Veranstaltungshallen/-häuser gelockt, hast du mit einem so großen Erfolg gerechnet?

Ne, eigentlich nicht, aber ich glaube, dass darf man auch nicht erwarten, entweder man macht was, was man auch aus dem Herzen heraus macht, ich sag immer, die Bühne ist wirklich meine große Liebe, das meine ich immer wieder, es ist viel schöner als Fernsehen. Ich würde das auch machen, wenn nur hundert Leute da wären. Ich habe nicht damit gerechnet, um auf deine Frage zurückzukommen, ich freue mich, dass das so dermaßen angenommen wird, aber ich habe vor drei Tagen noch in der Dortmunder Westphalen Halle gespielt, vor 4000 Leuten und ich bin hier genau so lieb. Wenn ich jetzt entscheiden müsste, würde ich nicht sagen, ohh, ich geh nach Dortmund weil da mehr Leute sind. Das überhaupt Leute kommen? Ist ja Wahnsinn… wegen so einem Quatsch…

Im kommenden Jahr folgt dein neues Programm „ Endlich Freizeit – Was für`n Stress!“, kannst du schon etwas vom Inhalt verraten?

Ich weiß leider noch nichts. Ich weiß nur, dass ich darüber reden will, so ein bisschen aus dem Leben, jeder kennt das, jeder hat mal frei und plötzlich ist das total stressig. Es geht in Urlaub und dann heißt es: „Schatz hast du das Bügeleisen abgestellt“ und all diese Sachen. Ich fand das total schön, dass ich heute hier nur den Titel gesagt habe und die Leute schon gelacht haben. Da wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Also es wird alles darin vorkommen, was man sich überhaupt unter Freizeit vorstellen kann, das ganze Heimwerker-Thema, Sport, Urlaub, Reisen, der ganze Wellnesswahn, wie heißt das alles hier, „Hallovera“ oder so, Gurkenschnippsel auf das Gesicht legen und all dem Ganzen Schwachsinn. Ich freu mich darauf, das wird lustig!

Andere Künstler zieht es zum Schreiben der Programme wochenlang ins Ausland, die sind dann für niemanden erreichbar, wo schreibst du deine Programme?

Ehrlich gesagt, das weiß ich gar nicht. Also das jetzige Programm habe ich eine Woche vor der Premiere geschrieben (lacht). Ich hatte ein Jahr Zeit und wusste, ahh ich hab ja ein Jahr Zeit, ein Jahr und plötzlich war dann nur noch eine Woche Zeit. Rein mechanisch werde ich das wohl so Backstage schreiben, wenn ich irgendwo, wie heute, ne Currywurst esse, auf einem Bierdeckel.

Wie viel von dem, was du in deiner Show erzählst, wie viel ist da aus deinem realen Leben?

Eigentlich sehr viel, aber natürlich sehr überzogen, Komik eben. Die Rentneromas zum Beispiel, wochenlang habe ich das morgens erlebt, es war genau so, ich schwöre es euch, die hatten Badekappen an, das glaubst du nicht und die schwammen wirklich da rum wie so Komposthaufen. So sind eigentlich alle Themen, die ich habe, ob mit dem Essen oder so, ist natürlich alles sehr überzeichnet, aber wenn ich das nur einfach so erzählen würde, dann wäre ich ja ein Sachbuch, wäre dann eine Lesereise.

Gibt es Hilde und Bolle im wahren Leben?

Ja selbstverständlich!

Kannst du da mehr zu sagen?

Ne, eigentlich nicht (lacht). Aber die gibt es.

Was macht ein Dieter Tappert Privat, hast du momentan überhaupt Freizeit bei den ganzen Shows und Fernsehaufzeichnungen?

Ne eigentlich gar nicht. Ich kann auch den Paul, der immer bei mir ist, gar nicht mehr ablegen. Letzte Woche war ich meine Mutter besuchen, sie sagte dann: „Zieh doch mal deine Brille aus!“. Da hatte ich die Brille auf, hab im Auto reflexartig die Brille aufgesetzt und meine Mutter musste mir das dann sagen. Ich warte ja auch noch auf den Tag, wo ich einkaufen gehe und das Blümchenhemd anhabe. Dann werde ich in der Obst- und Gemüsetheke angesprochen und gefragt, was kostet denn bitte das Kilo Kartoffeln… Ne wirklich, ich kann das kaum noch trennen, durch das Fernsehen und die ganzen Auftritte.

Vielen Dank für das Interview, es hat uns viel Spaß gemacht und wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg mit deinem jetzigen und bald mit deinem neuen Programm. Wir hoffen natürlich, dass Flensburg auch im kommenden Jahr zum Tourkalender dazugehört.

(Das Interview führten Benjamin Nolte und Kim Duderstadt)

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