26. April 2011 - 12:56 Uhr

The Ten Tenors Gastieren am 27. April im Deutschen Haus - Wir sprachen vorab mit ihnen

The Ten Tenors
The Ten Tenors
Flensburg (alt) - Am Mittwoch den 27. April um 20:00 gastieren die zehn Tenöre "The Ten Tenors" aus Australien im Deutschen Haus. Aus diesem Anlass sprachen wir mit Keane Fletcher, einem der zehn Tenöre über die Gruppe und über ihr diesjähriges Programm. Mehr als 31 Mio. Menschen haben bisher schon ein The Ten Tenors Konzert erlebt. Ein unglaublicher Erfolg, den kaum eine andere Gruppe vorweisen kann. Ihr Programm ist sehr vielfältig. Von klassischen Arien bis hin zu Queen und Meat Loaf Interpretationen. Der Zuschauer erwartet hier viel mehr als einen typischen klassischen Opernabend.


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Am 27. April gastiert ihr im Deutschen Haus in Flensburg.

Keane Fletcher
Ja, wir kommen jedes Jahr nach Flensburg und freuen uns darauf wieder dort zu sein. Das Publikum in Flensburg ist immer super.

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Hattet Ihr denn schon Gelegenheit Euch in Flensburg ein wenig umzusehen?

Keane Fletcher
In den letzten Jahren leider nicht. Es ist meist so, dass wir zu den Auftrittsorten fahren, auftreten und dann gleich wieder weiter müssen. Aber dieses Jahr haben wir ein wenig mehr Zeit, so dass wir ein bisschen auf Erkundung gehen können, um Flensburg näher kennen zu lernen.

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Wie gefällt Euch denn die Region Norddeutschland und Süddänemark?

Keane Fletcher
Das letzte Mal waren wir in ein wenig früher im Jahr in Deutschland und es war noch Winter. Es war sehr kalt und überall war Schnee. Das war für mich das erste Mal, dass ich Schnee gesehen habe. Es wird also sehr schön sein es bei etwas wärmeren Temperaturen kennen zu lernen.

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Es war das erste Mal, dass Du Schnee gesehen hast?

Keane Fletcher
Ja, letztes Jahr habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Schnee gesehen. Ihr habt ja jedes Jahr Schnee. Es ist sicher schön eine weiße Weihnacht feiern zu können.

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Wie hat mit den Ten Tenors alles angefangen?

Keane Fletcher
Es begann etwa vor zehn Jahren. Eine Gruppe von Studenten taten sich zusammen, um ein wenig Geld zu verdienen und auch während des Studiums schon öffentliche Auftritte machen zu können. Von da aus entwickelte es sich weiter. Über die Jahre hat sich die Besetzung immer mal geändert. Das muss man sich wie bei einem Fußball-Team vorstellen, dass alle paar Jahre andere Spieler hat. Der Auftritt bei der Eurovision, ich glaube das war 2003, war dann der Durchbruch. Seit dem sind wir hier sehr erfolgreich.

erlebe-flensburg
Ihr kommt aber immer noch alle aus Australien?

Keane Fletcher
Wir sind alle aus Australien, aus unterschiedlichen Ecken, aber alle aus dem gleichen Land.

erlebe-flensburg
Gibt es etwas typisch australisches in Eurem Programm?

Keane Fletcher
Ich glaube unsere Ausstrahlung und wie wir auftreten ist typisch australisch. Wir sind auf der Bühne sehr entspannt und haben dabei viel Spass. Das ist ein Teil was australisch sein ausmacht. Wir nehmen die Dinge nicht zu ernst und involvieren das Publikum. Wir machen mit unserem Programm einen schönen Abend mit viel Spass. Es ist nicht der traditionelle Opernabend, den die Leute gewohnt sind.

erlebe-flensburg
Wer macht bei Euch die Arrangements?

Keane Fletcher
Wir haben einen musikalischen Direktor, Graham Foote, der auch einer der zehn Tenöre ist und es gibt noch Kreative Köpfe außerhalb der Gruppe, die mit ihm zusammenarbeiten.

erlebe-flensburg
Habt hier auch Eigenkompositionen?

Keane Fletcher
Auf dieser Tour sind keine Eigenkompositionen enthalten. Wir hatten allerdings auf vorhergehenden Touren einige. Dieses Jahr konzentrieren wir uns auf die großen klassisch, symphonischen Tenöre der letzten 50 Jahre. Wie z.B. Bohamian Rhapsody von Queen, Meat Loaf und dergleichen.

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Welches sind Eure erfolgreichsten Stücke?

Keane Fletcher
Ich glaube das Publikum mag unsere Queen Interpretationen. Ich glaube die machen wir auch wirklich gut. "Bohemian Rhapsody" und "The Show must go on" haben wir auch in unserem Programm. Diese Stücke bringen auch unglaublich Spass zu singen. Ich singe solche Stücke lieber als einige klassische Opern.

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Eure Begleitband besteht nur aus einem Pianisten, Michael Manikus.

Keane Fletcher
Bei uns heißt er nur "Flash"

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Seid ihr auch schon mal mit einem kompletten Orchester auf Tour gewesen?

Keane Fletcher
Mit einem kompletten Orchester auf Tour zu gehen ist schwierig. Wir spielen ja jeden Tag in einer anderen Stadt. Wir geben allerdings auch mal Konzerte zusammen mit einem Orchester. Wir sind gerade aus Mexiko gekommen. Dort sind wir drei Abende mit einem lokalen Orchester aufgetreten. Manchmal haben wir auch eine Band dabei oder treten mit Lokalen Musikern auf, die uns für den einen Auftritt begleiten.

erlebe-flensburg
Wie viele Kontinente bereist ihr auf diese Tour?

Keane Fletcher
Wir waren in Nord- und Südamerika, in Europa und anschließend geht es nach Hause nach Australien. Zusammen also vier Kontinente auf dieser Tour.
Ich glaube die Antarktis ist der einzige Kontinent wo wir noch nicht aufgetreten sind. Aber ich bin sicher, dass wir das auch mal in einer Tour einplanen können (lacht).

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Werdet ihr auch in Dänemark auftreten?

Keane Fletcher
Nicht dieses Mal. In Europa waren wir in der Schweiz, in Belgien, den Niederlanden und Deutschland.

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Nach den Auftritten in Deutschland geht es dann wieder nach Hause nach Australien?

Keane Fletcher
Ja, wir fahren dann nach Hause, und werden erstmal ein paar Aufnahmen machen. Danach geben wir Konzerte in Neuseeland und in Australien, was wirklich schön ist, da wir nur selten die Gelegenheit haben dort aufzutreten.

erlebe-flensburg
250 Konzerte im Jahr ist bei Euch üblich?

Keane Fletcher
Ja, wir haben ein strammes Programm, aber das ist gut so. Es ist toll zu reisen, all diese außergewöhnlichen Orte kennen zu lernen und vor fantastischem Publikum zu spielen.

erlebe-flensburg
Wie lang ist Euer Programm?

Keane Fletcher
Zwei Durchgänge mit jeweils etwa einer Stunde.

erlebe-flensburg
Was ist das spezielle auf der diesjährigen Tour?

Keane Fletcher
Das aktuelle Programm heißt "The Power of Ten" und wie schon gesagt konzentrieren wir uns auf die Stimme des Tenors und nicht nur das Klassik-Genre. Wenn das Wort Tenor fällt, denken viele an einen großen, fülligen Opernsänger. Aber Freddy Mercury war auch ein Tenor. Meat Loaf ist ein Tenor, Simon und Garfunkel, wir versuchen diese Bereiche alle abzudecken.

erlebe-flensburg
Aber ihr habt auch klassische Stücke in Eurem Programm?

Keane Fletcher
Ja, haben wir auch. Es sind etwa ein Drittel Klassik, ein Drittel Klassik-Cross-Over und ein Drittel zeitgenössische Stücke in unserem Programm.

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Ihr habt dann sicherlich auch ein sehr gemischtes Publikum?

Keane Fletcher
Das ist interessant, weil viele Klassikliebhaber ihren Ehepartner mitnehmen, die oft keine Klassik mögen. Dann stellen die fest, dass wir all diese Rockstücke singen. Auf diese Weise lernen uns viele kennen. Ich denke das unser Publikum 50/50 aufgeteilt ist. Viele sagen sie lieben unsere Rockstücke und andere möchten mehr unsere klassischen Stücke hören.

erlebe-flensburg
Ich könnte mir vorstellen, dass 11 Monate im Jahr zusammen mit 9 anderen Tenören zu verbringen nicht immer ganz einfach ist.

Keane Fletcher
Als ich zur Gruppe dazukam vermutete ich auch, dass es zuweilen ein bisschen klaustrophobisch werden könnte. Aber die Gruppe wird zur Familie. Wir kommen gut miteinander aus und wenn man mal von einem die Nase voll hat, dann sind ja immer noch 8 andere da (lacht).

erlebe-flensburg
Ich nehme an dass ein gutes Miteinander auch wichtig für die Performance auf der Bühne ist?

Keane Fletcher
Wir kommen gut miteinander klar. Ich denke das ist auch ein Teil unserer Ausstrahlung. Wir sind 10 Sänger die auf der Bühne Spass habe möchten und es genießen miteinander zu singen und gemeinsam aufzutreten.

erlebe-flensburg
Es war eine Freude mit Dir sprechen zu können. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast.

Keane Fletcher
Ich danke ebenfalls und wir freuen uns schon auf Flensburg.

Das Interview führte Alexander Thomsen

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