27. Februar 2011 - 17:08 Uhr

Sören Sieg von "LaLeLu" im Interview mit erlebe-flensburg

LaLeLu mit "pech im unglück" im Deutschen Haus
Flensburg - Am kommenden Samstag gastiert die a capella Gruppe "LaLeLu" zum siebten Mal in Flensburg. Bandmitglied Sören Sieg sprach mit unserem Redakteur Alexander Thomsen über die Entstehung von "LaLeLu", den Inhalt des neuen Bühnenprogramms und viele Dinge mehr. Flensburg gilt als eine der Hochburgen von "LaLeLu", in den vergangenen Jahren wurden auch zwei Alben in Flensburg aufgezeichnet. Am kommenden Samstag um 20 Uhr haben sie die Gelegenheit "LaLeLu" live zu erleben, mit etwas Glück können Sie bei uns noch 3x2 Karten für diese Veranstaltung gewinnen.

Am 05. März gastieren Sie im Deutschen Haus in Flensburg...

Ohja, mittlerweile glaube ich schon zum siebten oder achten Mal. Es ist unser zehntes Programm und ab dem vierten Programm waren wir auch jedes Mal in Flensburg. Mit unserem Weihnachtsprogramm sogar zwei Mal, somit müsste es nach Adam Riese schon das siebte Mal sein. Mit "10 Jahre LaLeLu" erzielten wir unseren größten Erfolg, mit dem Programm spielten wir zwei Mal vor ausverkauftem Haus in Flensburg.

Dann haben Sie ja besonders gute Erinnerungen an Flensburg?

Absolut! Meine Schwester hat in Flensburg studiert, habe sie dann auch mal besucht. Sie hat in einer lustigen Frauen-WG gewohnt und inzwischen hat sie eine richtige Akademiker-Karriere gemacht. Mittlerweile ist sie an der Georgetown University in Washington. Von der FH-Flensburg zur Georgetown University, das ist glaube ich auch eine einmalige Karriere.
Wir waren ja schon ganz früh in unserer Karriere in Flensburg. Angefangen haben wir im Treffpunkt-Mürwig, danach waren wir in Harrislee bei der SPD.

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In der Ohlen Möhl warscheinlich?

Genau, da waren wir, aber wir waren eigentlich immer in dem größeren "Ding", welches Harrislee zu bieten hat. In der Aula, die ist aber ein bisschen ungünstig, weil sie so langgestreckt ist. Ich finde das Deutsche Haus ist ein sehr schöner Saal, der auch immer eine tolle Stimmung hat. Durch den großen Hall kommt die Stimmung auch so gut zustande und gut rüber. Stimmung ist etwas, was sich aufschaukelt. Wenn man eine sterile Stadthalle hat, und wenn die Leute weit weg sitzen, das kann dann auch eine Spirale nach unten sein und im Deutschen Haus ist es immer genau umgekehrt habe ich das Gefühl. Wir haben die Auftritte in Flensburg immer als tolle Auftritte in guter Erinnerung. Ich bin aus Schleswig-Holstein und wir sind ja auch in der ganzen Republik unterwegs, aber eben auch viel in Schleswig-Holstein. In Kiel sind wir jetzt schon fast zwei Mal im Jahr. Lübeck, Elmshorn, Neumünster, Schafflund, Tarp, Husum - Schleswig-Holstein ist wirklich schon eine Hochburg von uns. Es hängt sicherlich auch damit zusammen, dass man den selben Humor hat, wenn man aus derselben Gegend kommt. Natürlich funktioniert das auch in Frankfurt und München sehr gut, aber die Leute sprechen da schon praktisch eine andere Sprache. Wir haben auch zwei CDs im Deutschen Haus aufgenommen, daran können Sie schon sehen, dass wir geguckt haben, wo ist die Stimmung am besten. Nach Hamburg ist Flensburg auf jeden Fall unsere größte Hochburg.

Wie haben sich die Bandmitglieder kennengelernt?

In Hamburg an der Musikhochschule, denn wir wollten alle mal Lehrer werden, was ja zum Glück nicht geklappt hat. Wir sollten alle mal Musiklehrer werden und wir waren die einzigen aus dem Jahrgang, die sich auch für Popmusik interessiert haben, ein bisschen alberner veranlagt und für Quatsch jeder Art zu haben.

Wann ist das gewesen?

Unser erster öffentlicher Auftritt war im Januar 1995 in Berlin. Im Laufe des Jahres 1994 hatten wir schon jede Menge Auftritte auf Feiern und Musikhochschul-Parties. Es begann eigentlich als Party-Gag. Es gab ein Semester-Vorspiel, das war unser aller erster öffentlicher Auftritt, damals mit ganzen drei Liedern. Wir wurden frenetisch gefeiert und das hat uns irgendwie dazu ermutigt weiter zu machen. Zu Beginn hat man erst drei Lieder, dann hat man eine halbe Stunde, dann hat man eine Dreiviertelstunde. Wir haben für den Wettbewerb J"ugend-Kulturell" ein Abendprogramm zusammengestellt. Inzwischen sind wir beim zehnten Programm. Zehn Programme in 15 Jahren ist denke ich auch kein schlechter Schnitt.

Jeder von Ihnen spielt auch ein Instrument...

Im neuen Programm spielt auch wieder einer von uns ein Instrument auf der Bühne.
Im letzten Programm hat Jan Saxophon gespielt. Es gibt eine sehr schönen Aufnahme mit Jan Garbarek zusammen mit dem Hilliard Ensemble. Da hatte ich schon mal gehört, wie toll Gesang mit Saxophon klingt. Im letzten Programm hatten wir das dann mit aufgenommen. Im aktuellen Programm wird auch wieder einer von uns sein Heiminstrument spielen. Wir haben an der Hochschule alle ein Instrument als Hauptfach gehabt. Allerdings möchte ich jetzt lieber noch nicht verraten, welches das ist, sonst ist die Überraschung dahin. Übrigens muss ich noch sagen, unsere Frau haben wir ja schon zum zweiten Mal austauschen müssen. Die Sonja ist schwanger geworden und die Sanna ist jetzt ziemlich genau seit drei Jahren dabei. Sie ist auch ein Nordkind, ihr Vater ist Finne, ihre Mutter kommt aus Mecklenburg-Vorpommern,iIn Rostock hat der Papa studiert und der hat nach Finnland mitgenommen, wo die Sanna aufgewachsen ist. Für ihr Studium kehrte sie zurück nach Deutschland.


Ist Comedy die naheliegende Ergänzung zum a cappella?

Nein! Das tolle an a cappella ist, dass es unglaublich vielfältig ist. Es gibt ernsthafte Popgruppen, wie "Die Mädels" aus Leipzig, die wirklich ganz ernsthafte Popmusik mit berührenden Texten machen. Dann gibt es so witzig gemeinte Popmusik, wie die "Wise Guys" oder "Basta". Dann gibt es wirklich ganz schlimmen Trash-Humor, wie die "U-Bahn Kontrollöre" aus Frankfurt. Es gibt wirklich alles Mögliche. Ich kenne auch keine Gruppe, die in irgendeiner Form das macht, was wir machen. Wir schaffen eine Verbindung von a cappella, Comedy und vor allem auch Theater. Wir arbeiten seit dem Jahr 2000 mit einem Regisseur aus Berlin zusammen, so dass die Songs auch immer kleine Theaterstücke sind. Wir verbinden es seit dem letzten Programm mit Kabarett, teilweise sind auch politische Kabarett-Anteile enthalten und in diesem Fall ist die neue Show eine kabarettistische Lebensberatung.

Mit Ihrem neuesten Programm "Pech im Unglück" gehen Sie neue Wege und widmen sich nun auch der Lebensberatung auf a cappella.

Es ist bei uns immer so, dass wir ein Thema haben, das unterscheidet uns auch von anderen a cappella Gruppen. Die meisten machen immer nur ihr aktuelles "Best Of" und wir haben immer Themen. Wir hatten das Thema Kunst, Weihnachten, im letzten Programm war das Thema "Deutschland" und jetzt ist es das Thema "Lebensberatung". So arbeite ich auch, ich habe ein Thema und dann überlege ich mir, was fällt mir zu dem Thema ein. Sanna und ich haben die Marotte, dass wir ständig alle möglichen Lebensberatungsbücher lesen, um zu gucken wie man sein Leben besser in den Griff bekommen kann. Gerade deswegen kam auch diese Idee auf, einfach mal eine satirisch gemeinte Lebensberatung auf die Bühne zu bringen.

Sind die Stücke auf der CD zum Programm ausschließlich Live-Mitschnitte? Oder gehen Sie für Aufnahmen auch mal ins Studio?

Es gibt einen Studiotitel "Sag mir was Glück ist". Der Rest besteht aus Live-Mitschnitten, in diesem Fall aus Hamburg. Wir hatten früher CDs mit Studiotiteln, aber meistens ist es doch so, dass wir 95% der CDs direkt nach dem Konzert verkaufen. Die Leute haben das Konzert gesehen und wollen ein Erlebnis vom Konzert mitnehmen und das ist natürlich viel mehr gegeben wenn man live mitschneidet und dies auf "Platte" bringt. Studioaufnahmen wirken immer recht steril. Das hat dann auch mit unserer Kunst spontan zu improvisieren und aufs Publikum zu reagieren wenig zu tun. Es gibt auch wieder einen Impro-Song, den hatten wir im letzten Programm auch schon. Es war so eine Art Impro-Theater, bei dem ich ins Publikum gehe und mir konkrete Stichworte hole und daraus dann direkt einen Song bastele. Vor allem solche Dinge kann man nicht im Studio machen.

Auf der CD findet sich ein Titel mit dem Namen Salsa in Schleswig-Holstein. Da geht es um Salsa-Tanzkurse. Haben Sie mit LaLeLu schon mal ein Salsa-Stück a cappella umgesetzt?

Wir haben schon viele südamerikanisch Sachen in unseren Programmen gehabt. Wir hatten zum Beispiel den Pofalla-Samba in unserem letzten Programm. Dies war der größte denkbare Gegensatz, ein temperamentvoller Samba über Ronald Pofalla. Das ist eigentlich ein fester Bestandteil unseres musikalischen Repertoires. Wir haben immer ganz viele verschiedene Stile, gerade unsere breite Stilvielfalt macht uns aus.

Nach welchen Gesichtspunkten suchen Sie denn die Cover-Stücke aus?

Wir haben in unserem neuen Programm nur ein einziges Cover-Stück. 80 Prozent der Stücke sind Eigenkompositionen. Wir haben zum Beispiel ein Stück, "Still got the Blues", von Gary Moore. Ich habe einen deutschen Text dazu geschrieben. Jan spielt eine Art vokale E-Gitarre und das ist einfach ein lustiger deutscher Text. Das Programm heißt "Pech im Unglück", da passt "Still got the Blues" natürlich unheimlich gut rein. Es geht darum, dass man ganz unglücklich ist. Die meisten Stücke habe ich selbst geschrieben. Es ist seit dem dritten Programm eigentlich so, dass wir einen sehr großen Anteil an Eigenkompositionen haben. Unser erstes Programm war ein Cover-Programm, damals gab es nur ein einziges Lied, was selbstgeschrieben war. Beim unserem Zweiten lag das Verhältnis bei etwa 50/50 und seit dem dritten haben wir etwa 60 bis 80 Prozent Eigenkompositionen. Der Anteil ist mit den Jahren angestiegen. Ich vertone manchmal auch Texte. Ich habe zum Beispiel für dieses Programm Lebensweisheiten aus drei Jahrtausenden vertont. Dies ist immer vom Thema abhängig, was da gerade passt.


Wir wünschen Ihnen in Flensburg viel Spaß und danken für das Gespräch.

Ja, das werden wir bestimmt haben. Wir freuen uns schon drauf.

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