18. Oktober 2010 - 21:19 Uhr

"Quatsch habe ich eigentlich schon immer gemacht" - Paul Panzer im Interview

Paul Panzer im Deutschen Haus (Foto:Benjamin Nolte)
Paul Panzer im Deutschen Haus (Foto:Benjamin Nolte)
Paul Panzer im Deutschen Haus (Foto:Benjamin Nolte)
Paul Panzer im Deutschen Haus (Foto:Benjamin Nolte)
Paul Panzer im Deutschen Haus (Foto:Benjamin Nolte)
Paul Panzer im Deutschen Haus (Foto:Benjamin Nolte)
Paul Panzer im Deutschen Haus (Foto:Benjamin Nolte)
Flensburg (bno) - Blümchenhemd, Hosenträger und Hornbrille, am Sonntagabend war mal wieder Paul Panzer zu Gast im Deutschen Haus und begeisterte das Flensburger Publikum. Optischer Unterschied zum letzten Programm "Heimatabend Deluxe" eine Traningsjacke, die zum aktuellen Programm "Endlich Freizeit . Was für´n Stress!" passt. Freizeitbeschäftigung und Freizeitgestaltung das Thema, welchem sich Paul in seinem aktuellen Bühnenprogramm widmet.

Auch die Beziehung zu seiner Frau Hilde und dem Sohn Bolle war wieder eines der großen Themen. "Die Männer mit den schlimmsten Frauen haben meist die zeitaufwendigsten Hobbys", erzählte uns Paul Panzer aus Erfahrung. Aus verkohlten Streichhölzern bauen Männer in kleinen engen und dunklen Kellern die Chinesische Mauer oder den Eifelturm nach um möglichst viel Zeit abseits der Gattin zu verbringen. Aus Eheglück wird schnell mal ein Reaktorunglück.

Paul hat wieder einmal auf seine ganz besondere Art die Massen in Flensburg begeistert und das über die gesamte Spieldauer am Sonntagabend. Wie schon vor zwei Jahren stand er uns in der Pause Rede und Antwort zu seiner Karriere, seinem aktuellen Programm und das, was uns in Zukunft erwartet. Denn eines ist sicher, auch in den nächsten Jahren wird dieser Mann auf Deutschlands Bühnen stehen, bei etwa 120 Terminen im Jahr ist Paul Panzer einer der Komiker, der am meisten reist und die meisten Städte besucht, sehr zum Dank seiner Fans.

Das folgende Interview mit Paul Panzer führte Benjamin Nolte:

Paul, erzähl doch mal allen, die dein Programm noch nicht live sehen konnten, worum es geht und was sie in deiner Show erwartet:

Ja, endlich Freizeit, was für´n Stress. Freizeit kann zunächst einmal alles sein. Freizeit kann, wie wir gelernt haben, Urlaub machen sein, kann Basteln sein, kann Handwerkern sein, Handarbeit machen, Minigolf Spielen, "Bungeerafting", alle Sportarten. Und ich habe für mich gelernt, außer Chillen ist für mich alles Stress. Chillen als schöne Umschreibung für "Rumhängen", das machen glaube ich viele ganz gerne. Ich hab viele Sachen ausprobiert und das ist alles nichts für mich. Alles zu stressig. Und wenn man ein bisschen älter wird und eine Frau hat wie Hilde, dann muss man den Weg des geringsten Widerstandes gehen und das ist dann dabei herumgekommen.

Was macht ein Paul Panzer in seinem Privatleben als Dieter Tappert in seiner Freizeit?

(lacht) eigentlich ist das so ziemlich identisch. Ne, ich geh eigentlich gerne mit den Jungs hier, die bei mir Technik machen einen Trinken und wir spielen gerne Computer zusammen, Schach und solche Sachen. Nun im Ernst, ich hab ja eine Familie und bin sehr viel auf Tour. Ich bin auch gerne auf Tour, aber wenn ich dann mal zu Hause bin, dann mache ich gerne was mit meiner Frau und meinem Sohn. Wenn! ich mal Freizeit habe. Ich glaub keiner spielt so viele Termine wie ich im Jahr, ich glaube es sind so etwa 120…damit ich weg bin und nicht zu Hause sein muss (lacht). Ich spiele wirklich gerne, ich sag immer die Bühne ist meine große Liebe, es macht einfach Spaß. Ist somit schon auch ein bisschen mein Hobby.

Gibt es etwas, was Paul Panzer in seiner Karriere noch erreichen möchte?

Eigentlich nicht. Klingt vielleicht ein bisschen vermessen, aber für mich persönlich bin ich irgendwie angekommen. Ich würde es gerne weiter machen, aber das hängt ja nicht nur von mir ab. Wenn die Leute in drei Jahren sagen, ohh, den wollen wir nicht mehr sehen, dann natürlich nicht mehr. Das ist auch das Gute, wenn man in kleineren Hallen spielt, denn vor 1000 Leuten kann man dann immer noch spielen. Man kommt auch mehr rum, fährt nicht nur in die großen Städten, sondern kommt auch in die Peripherie. Ich spiele dann nicht nur Hamburg, sondern auch in Cloppenburg und allen Orten drum herum. Und das ist gut!

Vor deiner Karriere als Komiker hast du eine Ausbildung zum Schweißer gemacht, wie kam der Sprung in eine völlig andere Branche?

Quatsch gemacht habe ich eigentlich schon immer. Aber wenn man dann 15/16 Jahre alt ist und überlegt, was man nach der Schule tun soll…das Berufsbild des Komikers gibt es ja so nicht. Du kannst ja nicht zu deinen Eltern gehen und sagen: "Mama, Papa, ich werde Komiker", dann machen die einen Termin beim Psychotherapeuten. Also machst du erst einmal etwas, wo du denkst naja, das machen ja alle und dann musst du erst einmal eine Ausbildung machen. Dann war mein Vater schon derjenige der gesagt hat, komm mach das doch. Es war auch gut und hat Spaß gemacht. Handwerk ist auch was tolles, aber das ich eigentlich Quatsch machen wollte, das war schon immer so. Ich war wahrscheinlich der lustigste Schweißer der Welt, nicht der Beste, aber der lustigste. Und dann war das danach der logische Schritt.

Wie ging das danach bei dir dann weiter, wie fing deine Karriere auf der Bühne an?

Früher kamen langsam die ganzen privaten Radiolokalsender wie Pilze aus dem Boden auf, auch bei uns in Düren, wo ich geboren bin, gab es auch einen und da habe ich dann parallel zur Arbeit gejobbt. Habe Nachrichten gemacht und dann irgendwann auch eine Sendung gehabt, dann bin ich irgendwann zum WDR und da lernst du dann alles was zum Radio dazu gehört. Nachdem ich bei Nachrichten kläglich versagt habe, weil ich ständig lachen musst, was doof ist, wenn man von irgendwelchen Massenkarambolagen berichtet und man sich ständig dabei kaputtlacht. Dann weiß man irgendwann, dass einem das ganz seriöse Fach vielleicht doch nicht so liegt und habe die Finger davon gelassen.

Dein aktuelles Programm ist bald vorbei, weißt du schon, was du den Leuten in den Hallen und Veranstaltungshäusern in deinem neuen Programm erzählen willst?

Ne, ich hab überhaupt keine Ahnung. Eigentlich ist das immer ein bisschen kurios, du fängst mit einem Programm an, man feilt immer weiter daran herum und es wird eigentlich immer besser und immer besser und wenn du es dann richtig gut kannst, ist es zu Ende. Und dann muss man mit etwas Neuem anfangen und ich weiß noch nicht genau, was ich machen will. Nächste Woche haben wir die große DVD Aufzeichnung in Oberhausen, das Programm wird dann Anfang Januar ausgestrahlt, danach spiele ich noch drei Monate und dann ist das aktuelle Programm vorbei. Dann muss ich mir irgendwie Gedanken machen, worüber ich jetzt was erzählen will. Mir war immer wichtig, dass eine Entwicklung in dem steckt, was ich mache. Früher habe ich das mit den Telefonaten gemacht, dies war auch in meinem letzten Programm "Heimatabend" noch ein kleiner Bestandteil, wo ich noch zwei/drei Mal angerufen habe und jetzt halt gar nicht mehr. In meinem nächsten Programm soll nun wieder etwas anderes oder neues kommen. Vielleicht tanze ich. Nein, war ein Spaß, ich werde nicht tanzen.

Andere Künstler schreiben schon während ihrem aktuellen Programm an dem neuen, du wartest also bis ein Programm vorüber ist und widmest dich dann dem Neuen?

Dieses Vermischen kann ich nicht so gut. Viele probieren das dann auch schon immer aus, was ja eigentlich auch ganz schlau ist, aber ich kann das nicht. Ich muss das zu Hause für mich alleine in Ruhe machen.

Paul, wir bedanken uns für dieses Interview und freuen uns schon auf deinen nächsten Besuch in Flensburg, hoffentlich dann wieder mit einem kurzen Gespräch.



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