19. September 2010 - 14:56 Uhr

Interview mit Culcha Candela

Interview mit Culcha Candela (Foto: B. Nolte)
Interview mit Culcha Candela (Foto: Benjamin Nolte)
Interview mit Culcha Candela (Foto: Benjamin Nolte)
Eckernförde (alt) - Wir hatten das Glück beim Strandfestival in Eckernförde ein kurzes Gespräch mit Culcha Candela führen zu können. Deren größten Hits sind natürlich der "Hamma", der 6 Wochen lang die deutschen Charts anführte und "Monsta" von der neuesten Scheibe "Schöne neue Welt" hat es ebenfalls in die Top-3 geschafft. Doch auf den 4 Alben von Culcha Candela kann man erstaunlich viel mehr entdecken, Salsa, Latin, Reggae, Merengue, Soul, Pop und natürlich HipHop.

2002 kamen die Jungs zusammen und 2 Jahre später erschien das Debütalbum "Union Verdadera". Von Beginn an war Vielseitigkeit und die Mischung musikalischer Kulturen die Grundidee und treibende Kraft. Die Wurzeln der Bandmitglieder sind auf vier Kontinenten und in fünf verschiedenen Ländern zu finden, deren Musikkulturen sich allesamt in dem Gesamtwerk der Formation wiederfinden. Das macht Culcha Candela so einzigartig und zu etwas ganz besonderem.


erlebe-flensburg:
Ihr seid sehr Vielseitig. Das ist sehr ungewöhnlich, es gibt nicht viele Bands die so viele verschiedene Stile in 3 verschiedenen Sprachen in Ihrem Programm haben. Der gemeinsame Nenner, der sich in fast allen Stücken wieder findet ist der HipHop.

Culcha Candela, Johnny Strange:
Ja, der lässt sich eben sehr schön mit anderen Stylen verbinden.

erlebe-flensburg:
Wie kam es zu dieser musikalischen Vielfalt, hat es sich so ergeben, da ihr aus unterschiedlichen Kulturen stammt?

Culcha Candela, Johnny Strange:
Das war die Idee von Anfang an, aus den verschiedenen Kulturen und Einflüssen etwas neues entstehen zu lassen.

erlebe-flensburg:
Wie habt ihr zueinander gefunden?

Culcha Candela, Don Cali:
Beim Arbeitsamt (alles lacht)

Culcha Candela, Mr. Reedoo:
Die Ware Geschichte ist eigentlich etwas, was heute oft gar nicht mehr stattfindet. Wir haben uns kennen gelernt, weil wir zusammen Musik machen wollten. Wir hatten einfach Bock drauf verschiedene Stile zu mischen. Daraus wurde dann der Culcha Candela Sound. Jeder von uns trägt seinen Teil dazu bei und kann etwas anderes.

Culcha Candela, Itchy:
Ich kann z.B. kochen und rappen. Jeder kann etwas. Das ist so ein bisschen wie bei den Marvel Comics, "Die Rächer" oder "Die Fantastischen Vier", also nicht die, die hier heute auch beim Festival spielen , sondern die Comics. Also meine Stärke ist unheimlich gut in der Ecke stehen zu können (alles lacht).

erlebe-flensburg:
Wo bekommt ihr Eure Inspirationen her? Habt ihr musikalische Vorbilder?

Culcha Candela, Itchy:
Jeder von uns hört gerne Musik, wenn wir aufzählen wer von uns was gerne hört sitzen wir wohl morgen noch hier, weil wir viele Leute sind und jeder hat so seinen Stil. Die Inspiration ist ganz einfach das Ware Leben. Wenn man relativ offen durchs Leben Läuft und ein bisschen ein aufmerksamer Mensch ist und keine Scheu hat, dann kann man jeden Tag Inspiration für X Lieder sammeln.
Ich glaube das machen viele Musiker und Songwriter so. Natürlich sind wir anders als andere Menschen auf Tour unterwegs und haben viel Glück in tollen Hotels zu wohnen und dürfen das machen, was wir möchten. Das Glück haben ja viele Leute nicht in ihrem Leben. Wir leben unseren Traum. Aber es gibt trotzdem Interessen die jeder Mensch hat. Die "Liebe" ist z.B. so ein Thema über die sicherlich immer Songs geschrieben werden, weil es einfach jeden betrifft.

erlebe-flensburg:
Ihr habt aber auch einige Songs mit Sozialpolitischen Themen

Culcha Candela, Itchy:
Ja, da muss man allerdings die richtige Mischung zwischen Party und Ernst finden. Wenn man die richtige Mischung findet, dann kann man die Message glaube ich leichter verdauen. Wenn man zeigt, dass man selber nicht besser ist und dass man über sich selbst am meisten und lautesten lachen kann, dann nehmen die Leute einen ernster als wenn man sagt "du musst, du musst, du musst"

erlebe-flensburg:
Wie kann man sich bei Euch die Studio-Arbeit vorstellen? Anhand der vielen unterschiedlichen Stile könnte ich mir vorstellen, dass ihr auch mit vielen unterschiedlichen Musikern zusammenarbeitet.

Culcha Candela, Mr. Reedoo:
Wir haben eigentlich einen Hauptproduzenten, der hat die ersten beiden Alben produziert und an der neuen "Schöne neue Welt" hat er maßgeblich gearbeitet. Das ist eigentlich so derjenige, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Ansonsten ist alles offen wir haben verschiedene Leute die für uns Beats produzieren, wir produzieren selber Beats, wir komponieren Songs und lassen sie gezielt produzieren. Wir gehen ins Studio, arbeiten mit Musikern und in der Band zusammen, es gibt da sehr sehr unterschiedliche Wege. So ist es beim Songwriting auch. Mal ist ein Beat da und jemand schreibt einen Refrain drauf. Mal entwickelt jemand einen kompletten Song oder manchmal entsteht ein Song auch bei einer Session.

erlebe-flensburg:
Arbeitet ihr schon an einem neuen Album?

Culcha Candela, DJ Chino:
Wir haben lange dafür gebraucht, dass die Leute wissen, dass wir schon seit 8 Jahren unterwegs sind und schon vier Alben gemacht haben. Deswegen bringen wir ende des Jahres auf jeden Fall eine "Best Of" heraus. Ein Sammelsurium von den besten Songs aus vier Alben und drei komplett neue Lieder. Aber natürlich arbeiten wir schon an neuen Songs. Wann dann ein komplettes Album daraus wird muss man abwarten.

erlebe-flensburg:
Es ist bestimmt auch nicht einfach bei Eurem Tourkalender Zeit dafür zu finden?

Culcha Candeal Johnny Strange:
Der Tag hat 24 Stunden und wenn man 2 oder 3 Stunden Spielt, bleibt noch genügend Zeit. Natürlich sind wir auch viel unterwegs und geben Interviews und so etwas, aber die Melodie kommt dann wann sie will. Das kann immer sein, wenn man gerade viel um die Ohren hat, aber manchmal auch wenn man sich hinsetzt und darauf wartet.
Es ist halt die Frage wie man den Tag nutzt, man kann zu Hause rumsitzen und rumchillen oder man kann bis um 5 Uhr morgens an einem Song arbeiten, wenn man denn gerade mal zu Hause in Berlin ist.

erlebe-flensburg:
Vielen Dank, dass ihr Euch die Zeit für uns genommen habt. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Konzert. Wir freuen uns drauf.


(Das Interview führte Alexander Thomsen)



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