14. Oktober 2008 - 0:00 Uhr

Dr. Eckart von Hirschhausen - Das Interview

Dr. Eckart von Hirchhausen im Deutschen Haus Flensburg (Fotos: Benjamin Nolte)
Am Rande des Auftrittes im Deutschen Haus sprach Dr. Eckart von Hirschhausen mit uns über die Menschen und den Umgang mit Glück und Gesundheit. Die meisten Menschen wissen zu wenig über sich und ihren Körper, wie wird man glücklicher und ausgeglichener im Leben, Dr. Eckart von Hirschhausen hat die Lösung und auch den Grund für die bis zu sieben Jahre geringere Lebenserwartung der Männer.

Das Interview:

Wie gefällt Ihnen das Flensburger Publikum, fühlen Sie sich hier wohl, sie waren ja bereits vor einem Jahr schon einmal hier in Flensburg?

Ja ich bin jetzt zum zweiten Mal in Flensburg mit dem Glücksbringer Programm und freue mich sehr, dass heute fast doppelt so viele Leute da sind wie das letzte Mal. Das ist ein gutes Zeichen....für die Flensburger, das die das zu schätzen wissen. Ich finde es auch deswegen interessant hier zu sein, weil ich in den Glücksstudien immer gelesen habe, dass Dänemark die glücklichsten Menschen hat und vielleicht kann man direkt an der Grenze für mehr Glück sorgen und dann heißt es irgendwann Schleswig-Holstein liegt weiter vorne, vielleicht sogar vor Dänemark.

Welche Botschaft steckt in dem Glücksbringer Programm, was wollen Sie den Zuschauern vermitteln?

Darin stecken so viele Botschaften, dass ich die hier gar nicht zusammenfassen kann. Da kann ich nur sagen, kauft die CDs und die DVD und das Buch (lacht). Nein jetzt im Ernst, die Botschaft lautet: Glück ist keine Glückssache, sondern eine Frage unser täglichen Handlungen und von dem was wir aktiv tun. Die meisten Menschen denken irgendwie, dass sie zu Hause Bestellungen im Universum aufgeben und das soll dann reichen. Meine Botschaft ist, kriege deinen Arsch hoch, kick dich, sorge dafür, dass du deine Dinge, die dir wichtig sind, umsetzt und umgebe dich mit Menschen, die dir gut tun.

Wo sitzen denn eigentlich die glücklichsten Menschen in Deutschland?

In Deutschland ist das glaube ich nicht nach Städten erfasst. Grundsätzlich kann man sagen, dass Geld nicht glücklicher macht, wenn es die Grundbedürfnisse erfüllt hat und unglücklich macht Arbeitslosigkeit und chronische Krankheit. Deswegen ist das Programm auch gar nicht so unpolitisch, wie man denkt, es appelliert tatsächlich daran, was als Gesellschaft wichtig ist.

Wenn man sich Ihren Lebenslauf anschaut, sieht man dass Sie Medizin studiert haben, jahrelang in der Kinderneurologie gearbeitet haben und später dann noch Wissenschaftsjournalismus studiert haben, wie kam es dazu, dass Sie in den Bereich Stand-Up-Comedy und Kabarett gekommen sind? Gab es dafür einen bestimmten Auslöser oder Zeitpunkt in Ihrem Leben?

Nein, das lustige ist, es gibt keinen Punkt, sondern einen fließenden Übergang von dem, was ich als Hobby gemacht habe zum Beruf und da habe ich dann meine beruflichen Inhalte integriert und habe sozusagen ein neues Genre erschaffen, welches es zuvor noch nicht gegeben hat.

Wo sehen Sie sich in der Zukunft, weiterhin als Künstler auf der Bühne oder kann man Sie durchaus in einiger Zeit wieder in einem weißen Ärztekitteln im Krankenhaus finden?

Ich sehe die Dinge, die ich jetzt angeschoben habe in einem größeren Kontext. Ich wäre froh, wenn es Gesundheit und Glück als Schulfächer gebe, denn ich glaube, dass man viel von dem, was ich jetzt hier im Programm erzähle und was man teuer in irgendwelchen Fortbildungs- und Managementkursen macht, als Schüler viel besser lernen könnte. Angefangen mit Entspannungstechniken, dass man weiß, wie man mit Kommunikation besser umgehen kann, dass sind grundlegende Eigenschaften, die jeder in seinem Leben braucht und die komischerweise in der Schule nicht gelehrt werden. Ganz viele Leute wissen sehr wenig über ihren Körper, wissen wenig was ihnen gut tut, was ihnen nicht gut tut. Angefangen bei Ernährung, angefangen bei Bewegung und damit meine ich nicht nur Sportunterricht, sondern gerade auch Tanzen, Freude vermitteln an Bewegung, Koordination, Atistik oder Akkrobatik, solche Dinge sind viel glücksbringender, als Leistungssport, wo wir uns wieder nur um Wettbewerb kümmern. Wenn man so ein paar Ideen, die ich im Programm habe in die Politik, die Gesundheitspolitik und in die Bildung bekommt, daran arbeite ich und darin liegt meine Zukunft.

Also kann man sagen, dass die meisten Menschen viel zu wenig über sich selbst und ihren Körper wissen, was ihnen gut tut und was nicht?

Ja, das ist immer wieder erstaunlich und Männer noch weniger als Frauen. Und er Preis, den wir dafür zahlen ist, dass wir bis zu sieben Jahre weniger Lebenserwartung als die Frauen haben. Männer gehen ja zum Beispiel auch nie zum Arzt, wenn sie was haben, die denken dann, das wird schon nichts sein. So gesehen hat das Programm nicht nur was lustiges, sondern auch einen ernsten Hintergrund. Ich denke, dass man mehr Leute retten kann, wenn man es Ihnen besser erklärt. Das ist meine Botschaft

Vielen Dank für das lehrreiche Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Soloprogramm.

(Das Interview führten Benjamin Nolte und Jonas Hanf)

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