25. August 2014 - 13:28 Uhr

Gaunerei mit Energieausweisen - Verbraucherzentrale warnt vor neuer Telefon-Masche

Gaunerei mit Energieausweisen - Verbraucherzentrale warnt vor neuer Telefon-Masche
Die Özkan Energiemarketing EF verkauft für knapp 100 Euro Energieausweise am Telefon und behauptet fälschlicherweise, dass mit Inkrafttreten der neuen Energieeinsparverordnung, ein solcher Ausweis für alle Haushalte gesetzlich verpflichtend sei. Doch das stimmt gar nicht. Wir sagen: Finger weg! Das Unternehmen will mit der neuen Masche auch Schleswig-Holsteinische Verbraucher abkassieren.

Erst Anruf, dann unnötiger Ausweis
Demnach meldete sich laut unseren Informationen die Firma Özkan telefonisch bei Betroffenen Haus- und Wohnungseigentümern und unterbreitete ihnen das Angebot, einen Energieausweis auszustellen. Stimmte der Angerufene dem zu, wurden ihm eine Auftragsbestätigung und eine Zahlungsaufforderung für einen Betrag in Höhe von 99,90 Euro zugeschickt.

Mit der Unterzeichnung des Angebots wurde Özkan Energiemarketing bevollmächtigt, einen Energieausweis für den Verbraucher zu beantragen. Dabei ist überhaupt nicht jeder Haushalt verpflichtet, einen Energieausweis zu haben. Nur Immobilienbesitzer, die ein Haus verkaufen oder eine Wohnung vermieten wollen, müssen sich einen ausstellen lassen. Und ein Energieausweis sollte keinesfalls auf die Schnelle telefonisch beantragt werden.

Widersprechen und nicht zahlen
Diese Firmen benutzt eine Verordnung, um Verbraucher unter Vorspielen falscher Tatsachen telefonisch unter Druck zu setzen und hofft, dass ein Teil der Angerufenen tatsächlich den Geldbetrag überweist. Das Unternehmen hat seinen Sitz sowie das Bankkonto in der Schweiz, was die Rechtsverfolgung im Streitfall erschwert.
Wir raten Betroffenen, nicht auf das Angebot einzugehen und das erste Telefongespräch möglichst schnell zu beenden. Die Firma Özkan setzt mit der Behauptung falscher Tatsachen Verbraucher unter Druck. Keinesfalls sollten Sie den geforderten Geldbetrag von rund 100 Euro überweisen – auch nicht, wenn Sie das Angebot unterzeichnet haben. In diesem Fall empfehlen wir, den angeblich geschlossenen Vertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten und der Forderung zu widersprechen. Außerdem kann es sinnvoll sein, zusätzlich vom vierzehntägigen Widerrufsrecht Gebrauch zu machen.

Noch Fragen?
Wer mehr über die Bedeutung und die verschiedenen Qualitäten von Energieausweisen wissen will, sollte sich ausführlich in der Energieberatung der Verbraucherzentrale beraten lassen.
Termine können jederzeit telefonisch unter 0431-59099-40 oder (0800) 809 802 400 (kostenfrei) vereinbart werden. Die Beratung findet dann in den 21 Beratungsstellen und Energiestützpunkten der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein statt: Flensburg, Niebüll, Westerland, Husum, Heide, Itzehoe, Schenefeld, Uetersen, Pinneberg, Kaltenkirchen, Norderstedt, Bad Segeberg, Bad Oldesloe, Geesthacht, Mölln, Lübeck, Eutin, Neumünster, Rendsburg, Kiel Schleswig.

Die Beratung findet regelmäßig zu allen Energiethemen statt und wird gegen eine Kostenbeteiligung ab 5 Euro/30 Minuten (7,50€/45Min.&10€/60Min.) durch qualifizierte Fachleute - Architekten, Bauingenieure, Bauphysiker und Versorgungsingenieure - kompetent durchgeführt. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell.
Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale
ist seit über 35 Jahren verlässlicher Begleiter auf dem Weg in eine energieeffiziente Zukunft. Deutschlandweit führt die Einrichtung jährlich über 100.000 Beratungen zu Themen wie Stromsparen, Anbieterwechsel, erneuerbaren Energien, Wärmedämmung, Heiztechnik und vielem mehr durch. Mit Erfolg: Jedes Jahr werden dadurch bis zu 600.000 Tonnen CO2 vermieden, zwei Milliarden kWh Energie eingespart und Investitionen in Höhe von mindestens 40 bis 80 Millionen Euro angestoßen. Die Energieberatung steht jedem privaten Verbraucher zur Verfügung. Unsere Berater informieren anbieterunabhängig und neutral. Sie sind ausschließlich den Verbraucherinteressen verpflichtet. Das wird durch die Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium garantiert. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder www.vzsh.de.

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