29. Juli 2014 - 13:44 Uhr

Klimageräte für zuhause meist keine effiziente Lösung

Eiszapfen wären bei diesen sommerlichen Temperaturen eine willkommene Abkühlung (Foto: Alexander Thomsen)
Verbraucherzentrale Energieberatung berät vor dem Kauf - In den vergangenen Jahren haben sie die Verkaufsflächen von Bau- und Elektromärkten Schritt für Schritt erobert: Raumklimageräte, die den hitzegeplagten Mitteleuropäern Entlastung von tropischen Temperaturen versprechen. Die Geräte schlucken jedoch nicht nur viel Strom, sondern bringen oftmals nicht einmal die erhoffte Abkühlung.

Die Energieberater der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein kennen das Problem aus ihrem Beratungsalltag: „Im Sommer heizen sich viele Wohnung schon mal auf über 30 Grad auf – das liegt definitiv außerhalb unserer Wohlfühlzone und kann sogar gesundheitsschädlich sein. Die kleinen Raumklimageräte erscheinen da als willkommener Ausweg, zumal sie oft vergleichsweise günstig sind.“
Richtig teuer werden kann jedoch der laufende Betrieb – 200 Euro Stromkosten in einem Sommer sind da schnell aufgelaufen. Als Kostenfalle können sich vor allem die sogenannten Monoblockgeräte erweisen. Die einteiligen Geräte müssen die Abwärme durch einen Schlauch nach draußen transportieren, oftmals durch einen Tür- oder Fensterspalt. Auf diesem Weg strömt aber natürlich auch kontinuierlich warme Luft zurück in den Raum. Die Folge: Das Gerät läuft auf Hochtouren, ohne dass die versprochene Kühlung eintritt. Zudem sind Kompressor und Lüfter der Monoblockgeräte ziemlich laut.

Etwas effizienter – aber auch in der Regel wesentlich teurer in der Anschaffung – sind sogenannte Splitgeräte, bei denen der lärmende Kompressor im Außenbereich montiert wird. Der Verbindungsschlauch für Stromleitung und Kältemittel wird durch die Wand zum Kompressor geführt. Zu den hohen Anschaffungskosten kommen daher noch die Installationskosten für einen Fachmann hinzu. Auch Besitzern solcher Geräte raten die unabhängigen Berater aber, sie nur bei Bedarf anzuschalten, beispielsweise vor dem Schlafengehen. Nachts sorgen geöffnete Fenster häufig schon für Abkühlung.

Wem trotz dieser Maßnahmen immer noch zu heiß ist, der sollte über eine fachgerechte Dämmung des Hauses nachdenken. Denn, eine wirksame Dämmung hilft gleich doppelt – im Sommer hält sie die Hitze draußen, im Winter die Wärme im Haus.


Vor dem Kauf fachkundige Beratung einholen
Fragen zum effizienten Einsatz von Energie in privaten Haushalten beantworten die unabhängigen Energieberater der Verbraucherzentrale im persönlichen Beratungsgespräch. Termine können jederzeit telefonisch unter 0431-59099-40 oder (0800) 809 802 400 (kostenfrei) vereinbart werden. Die Beratung findet dann in den 21 Beratungsstellen und Energiestützpunkten der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein statt: Flensburg, Niebüll, Westerland, Husum, Heide, Itzehoe, Schenefeld, Uetersen, Pinneberg, Kaltenkirchen, Norderstedt, Bad Segeberg, Bad Oldesloe, Geesthacht, Mölln, Lübeck, Eutin, Neumünster, Rendsburg, Kiel und Schleswig.

Die Beratung findet regelmäßig zu allen Energiethemen statt und wird gegen eine Kostenbeteiligung ab 5 Euro/30 Minuten (7,50€/45Min.&10€/60Min.) durch qualifizierte Fachleute - Architekten, Bauingenieure, Bauphysiker und Versorgungsingenieure - kompetent durchgeführt. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell.
Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale
ist seit über 35 Jahren verlässlicher Begleiter auf dem Weg in eine energieeffiziente Zukunft. Deutschlandweit führt die Einrichtung jährlich über 100.000 Beratungen zu Themen wie Stromsparen, Anbieterwechsel, erneuerbaren Energien, Wärmedämmung, Heiztechnik und vielem mehr durch. Mit Erfolg: Jedes Jahr werden dadurch bis zu 600.000 Tonnen CO2 vermieden, zwei Milliarden kWh Energie eingespart und Investitionen in Höhe von mindestens 40 bis 80 Millionen Euro angestoßen. Die Energieberatung steht jedem privaten Verbraucher zur Verfügung. Unsere Berater informieren anbieterunabhängig und neutral. Sie sind ausschließlich den Verbraucherinteressen verpflichtet. Das wird durch die Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium garantiert. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder www.vzsh.de.

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