5. November 2015 - 12:10 Uhr

SCHALOM – Kirche trifft Synagoge - 8.11.2015 um 17:00, Sankt Nikolai Flensburg

Semjon Kalinowsky
Gespielt werden Werke von Max Bruch, Josef Rheinberger, Jehan Alain,Friedrich Gernsheim, Albert Kellermann, Ernst Bloch und Psalmvertonungen von Louis Lewandowski. Mitglieder des Sankt Nikolai Chors Flensburg, Orgel: Michael Mages, Viola: Semjon Kalinowsky, Lübeck, Eintritt: Euro 10,- (erm. 5,-) · Abendkasse



Zum Programm:

Das 19. Jh. brachte mit der jüdischen Aufklärung eine Reform und Modernisierung des synagogalen Gottesdienstes. Davon war in besonderer Weise die Musik betroffen, denn seit der Zerstörung des 2. Tempels (70.n.Chr.) hatte man zum Zeichen der Trauer auf Musik in den Synagogen verzichtet.
Nun aber hielt die Orgel als Solo-und Begleitinstrument in zahlreichen Synagogen Einzug, auch wenn dies in vielen Gemeinden zu einer Spaltung zwischen der orthodoxen und der neuen, liberalen Richtung führte.
So begann in Europa eine Blütezeit der jüdisch-liturgischen Musik, die im Spannungsfeld zwischen Assimilation und Identitätssuche, zwischen Tradition und Moderne stand.
Diese einzigartige Tradition wurde durch den Nationalsozialismus und den Holocaust ausgelöscht. Viele der Musiker gerieten in völlige Vergessenheit.
Mit dem Konzert „Schalom – Kirche trifft Synagoge“ möchten wir auf diese bedeutende musikalisch-liturgische Tradition hinweisen. Dabei treffen Kompositionen aus dem Raum der Synagoge auf Kompositionen aus dem christlichen Bereich.
Von besonderem Interesse sind dabei die Überschneidungen, die sich aus dem Wirken christlicher Musiker ergaben, die gleichzeitig als Organisten in Synagogen arbeiteten.
Als Beispiel sei hier auf Jehan Alain (1911-1940) verwiesen, der in Paris gleichzeitig als Organist an der Kirche St. Nicolas de Maisons-Lafitte und am Temple Israelite in der Rue Norte-Dame-de Nazareth wirkte.
Das Konzert reiht sich ein in die seit 1993 an St. Nikolai jährlich stattfindende Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938.


Zu Semjon Kalinowsky, Lübeck:

Semjon Kalinowsky ist als Solist und Kammermusiker (vorzugsweise in Begleitung von Klavier oder Orgel) international auf Konzerten unterwegs. Sein besonderes Interesse gilt dem Aufspüren alter Notenmanuskripte (insbesondere jüdischer Herkunft) in den europäischen Bibliotheken. Als Bearbeiter und Herausgeber hat er in Zusammenarbeit mit renommierten Musikverlagen, wie Robert Lienau (Frankfurt), Peters ( Leipzig), Hofmeister (Leipzig) , Schott (Mainz), Bärenreiter (Kassel) dazu beigetragen, das Viola-Repertoire mit neuen Werken zu bereichern.

Für seine Tätigkeit wurde er vom Präsidenten der Ukraine mit dem Titel „Verdienter Künstler der Ukraine“ ausgezeichnet.

Mehr Informationen auf http://www.viola-raritaeten.de/index.php/item/64

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